Hoeneß sieht keinen Imageschaden für den deutschen Basketball

Baldi über WM-Aus: "Es muss eine Art Kodex geben"

Marco Baldi

Geschäftsführer bei Basketball-Bundesligist Alba Berlin: Marco Baldi. imago images

Baldi hatte bei der deutschen Auswahl, die nach der Auftaktniederlage gegen Frankreich und der blamablen Pleite gegen die Dominikanische Republik bereits frühzeitig alle Turnier-Hoffnungen begraben musste, eine klare Identität vermisst. "Aus meiner Sicht muss sich der DBB überlegen, ob er glücklich und zufrieden ist, wenn die besten Spieler zur Nationalmannschaft kommen - und dann guckt man mal, wie es läuft. Es muss eine Art Kodex geben, dem sich jeder verschreibt und den jeder befolgt. Und wer nicht dazu bereit ist, der kann dann nicht dabei sein", schlug der 57-Jährige vor. "Das fängt beim Management an, über das Trainerteam bis zu den Spielern. Das wäre gerade auch mit Blick auf die Heim-EM 2021 wichtig und ganz entscheidend."

Beispielhaft führte Baldi Weltmeister Spanien an, der sich solch einen Kodex schon vor längerer Zeit gegeben hatte und entsprechend mit einer klaren Haltung in die WM gegangen sei. "Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die sehr schwer und anstrengend ist. Aber wenn man das Potenzial zum Blühen bringen will, muss man das entsprechend organisieren", forderte der Alba-Geschäftsführer.

Hoeneß: "Es ist ja noch eher ein Ding für Insider"

Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigte sich angesichts des schwachen Abschneidens der DBB-Auswahl enttäuscht. "Wir von der Liga haben alle gehofft, dass die positive Tendenz, die die Vereine in den internationalen Wettbewerben gezeigt haben, jetzt fortgeführt wird. Das war eine riesige Chance. Wir alle, die wir den Basketball lieben, hätten gehofft, dass die Nationalmannschaft einen Push gibt", sagte der 67-Jährige.

Zugleich ist sich Hoeneß aber sicher, dass sich der Imageschaden des frühen WM-Ausscheidens nicht negativ auf die BBL und die Akzeptanz von Basketball in Deutschland auswirken wird. "Ich glaube nicht, dass der Imageschaden groß ist, weil Basketball nicht von 50 Millionen in Deutschland verfolgt wurde. Es ist ja noch eher ein Ding für Insider und die verstehen viel von der Sache."

pau

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