Paderborn-Coach lässt sich nicht in die Karten schauen

"Vielleicht auch einmal im 4-1-4-1..." - Baumgart mit Pokerface in die Wahlheimat

Steffen Baumgart

Auswärts in Berlin: Sorgt Paderborn-Trainer Steffen Baumgart für personelle Überraschungen? imago images

In seiner Wahlheimat Berlin startet Steffen Baumgart den nächsten Versuch, in der Bundesliga den ersten Saisonsieg mit Aufsteiger Paderborn einzufahren. Welches Team der Trainer aufs Feld schickt, bleibt zunächst offen. Der 47-Jährige will mit seinen Assistenten die verbleibenden Einheiten abwarten, um den richtigen Mix zu finden. "Zu personellen Entscheidungen werde ich nichts sagen. Auch nicht, wie wir auflaufen und ob es Veränderungen gibt. Wir sind uns noch nicht ganz schlüssig, wie wir es machen wollen", zog Baumgart zunächst sein Pokerface auf.

Ob er in Aufstellung und Taktik womöglich Überraschungen aus dem Hut zaubert? "Auch das könnte möglich sein. Es könnte sein, dass wir vielleicht einmal im 4-1-4-1 und nur mit einem Stürmer im Zentrum spielen, dafür über die Außenpositionen offensiver werden und etwas variieren." Ohne die eigene Grundüberzeugung vom Fußballspielen zu verlieren, werde man versuchen, sich weiterzuentwickeln. Dabei könne es daher auch einmal Abweichungen vom bisher durchweg bevorzugten, lange erfolgreich praktizierten 4-4-2 geben. "Auch ein 4-3-3 gibt der Kader her."

Baumgart: "Er ist zurzeit eine Alternative, um reinzukommen"

Womöglich mit personellen Veränderungen wie Kai Pröger, der über die Flügel kommt. Ob Neuzugang Abdelhamid Sabiri, der aus Huddersfield kam, eine Option ist, wollte der Coach eher nicht bestätigen. "Er ist ein Mann für weiter vorne, ist vielseitig einsetzbar, kann auf den Außenpositionen und in der Zentrale als hängende Spitze spielen. Wir müssen aber schauen, dass er auch die nötige Wettkampfhärte entwickelt, um 60 bis 70 Minuten spielen zu können. Soweit sehe ich ihn noch nicht. Er ist zurzeit eine Alternative, um reinzukommen."

Um vielleicht dann entscheidende Akzente in einer brisanten Partie zu setzen. "Es ist ein Spiel, in dem es für beide schon um viel geht, nämlich den Anschluss an die Plätze weiter oben", weiß Baumgart, der Gegner Hertha bei dessen jüngstem Auswärtsspiel in Mainz (1:2) persönlich unter die Lupe genommen hatte. Daran, dass seine Spieler der Aufgabe im Olympiastadion gewachsen sind, hat er auch nach dem eigenen 1:5 zuletzt gegen Schalke keine Zweifel. "Gesicht, Einstellung und Mentalität der Mannschaft stimmen. Schaffen wir es, die Fehler abzustellen, sind wir in der Lage, jedem Gegner weh zu tun."

Schonlau wieder im Training - Bilogrevic fällt aus

Das volle Übungsprogramm absolviert seit der Wochenmitte unterdessen wieder Verteidiger Sebastian Schonlau, nach überstandenem Fußsehnenanriss. "Er ist komplett ins Training eingestiegen, wird aber noch nicht im Kader sein." Nicht zur Verfügung steht der gerade mit einem Profivertrag ausgestattet Nachwuchsmann Dominik Bilogrevic (20), der sich im Spiel mit der U 21 einen Bänderriss zuzog.

Michael Richter

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