Zidane kritisiert Einstellung seiner Mannschaft

Chancenarmut bei Real: "Komisches Gefühl bei dem Spielermaterial"

Zinedine Zidane

Nicht mit der Leistung seiner Mannschaft einverstanden: Reals Trainer Zinedine Zidane. imago images

"Es hat uns auf verschiedensten Ebenen an Intensität gemangelt", schimpfte Zidane nach der Partie. Vor allem die Unterlegenheit im Mittelfeld wurmte den einstigen Weltklasse-Akteur. Ein vermeintliches 4-3-3 mit Toni Kroos, Casemiro und James Rodriguez im Zentrum erwies sich bei genauerer Betrachtungsweise eher als 4-2-4, da Letztgenannter vorwiegend im Offensivbereich anzutreffen war. Dadurch generierte PSG mit Idrissa Gueye, Marquinhos und Marco Verratti ein ums andere Mal Überzahlsituationen. "Wir haben eine Menge Eins-gegen-eins-Duelle verloren", so Zidane. "Das macht das Leben sehr kompliziert, wenn man gegen Paris spielt", tat der Coach seine Meinung kund.

Da kann sich Zidane nur noch wundern

Obwohl "wir wussten, dass sie Pressing spielen würden, sind wir zu keinem Zeitpunkt der Partie wirklich ins Spiel gekommen", lautete Punkt Nummer zwei auf der Liste mangelhafter Intensität. Hinzu kam, dass das eigentlich Weiße Ballett eher mausgrau auftrat und sich quasi keine Torgelegenheiten erspielte. Zwar zappelte das Leder zweimal in den Maschen der Hausherren, jedoch wurde den vermeintlichen Treffern durch Gareth Bale (35. Handspiel) und Karim Benzema (76. Abseits durch Lucas Vazquez) jeweils korrekterweise die Anerkennung verweigert. Dementsprechend fragte sich Zidane mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, sei es schon ein "komisches Gefühl, mit dem Spielermaterial, das wir auf dem Feld stehen hatten, keine Chancen herausgespielt zu haben".

Du kannst das schlechteste Spiel abliefern, aber wenn du mit Intensität spielst, dazwischengrätschst oder Zweikämpfe gewinnst, dann kannst du auch eine solche Partie gewinnen.

Zinedine Zidane

"Intensität", fuhr er mit der Aufarbeitung des für ihn größten Mangels an diesem Abend fort, "ist das Wichtigste auf dem Feld. Du kannst das schlechteste Spiel abliefern, aber wenn du mit Intensität spielst, dazwischengrätschst oder Zweikämpfe gewinnst, dann kannst du auch eine solche Partie gewinnen." Dass dies im Parc des Princes nicht der Fall war, sah man nach Abpfiff auf der Anzeigetafel.

Paris sprach der 47-Jährige stattdessen ein großes Lob aus und gab unumwunden zu, dass "sie den Sieg verdient" hätten. Warum? "Sie waren uns in allen Belangen überlegen", hatte Zidane sichtlich "an dieser Niederlage zu knabbern". Dieses Unterfangen sollte schnellstmöglich umgesetzt werden, schließlich, so Zidane, "haben wir am Sonntag wieder ein Spiel - darauf müssen wir uns nun fokussieren". Noch "sitzen wir alle im selben Boot", beschwor der Coach den Teamgeist. "Wenn wir gewinnen, gewinnen wir zusammen, wenn wir verlieren, ist es auch die Schuld von allen."

Wiedergutmachung gegen Sevilla?

Eine zweite Niederlage - die Madrilenen gastieren am Sonntagabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker.de) bei Tabellenführer FC Sevilla - kann sich Real wohl kaum leisten. Wobei so mancher Akteur das klare 0:3 verharmloste: "Es gibt keinen Grund, alles zu dramatisieren. Wir hatten einfach einen schlechten Tag, können daraus aber unsere Lehren ziehen", sagte beispielsweise James. Wohl möglich, dass diese Worte dem Kolumbianer wie ein Bumerang um die Ohren fliegen, wenn die Königlichen am Wochenende einen ähnlich blutleeren Auftritt abliefern.

kög

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