Magdeburg erstmals zu Gast am Betzenberg

Krämer: "Dann muss man als Spieler um sein Leben rennen"

Stefan Krämer

Gastiert mit Magdeburg am Betzenberg: Stefan Krämer. imago images

"Die ganze Analyse ist für die Tonne", ärgerte sich Jens Härtel als früherer FCM-Trainer im vergangenen Oktober, als kurz vor dem Duell mit dem Hamburger SV (Endstand 0:1) dessen Trainer Christian Titz entlassen wurde und der jetzige Rostock-Coach hinsichtlich der Gegneranalyse im Trüben fischen musste. Eine ähnliche Situation erwartet seinen zweiten Nachfolger Stefan Krämer am kommenden Wochenende vor dem Auswärtsspiel am Betzenberg: Auch der 1. FC Kaiserslautern wird erstmals unter der Leitung seines neuen Coaches, Boris Schommers, auftreten.

"Wir wollen in Kaiserslautern abliefern"

Krämer vermutet, dass sein Trainerkollege in der verbliebenen Abschlusseinheit nicht mehr allzu viel integrieren kann. Demnach ist der 52-Jährige gezwungen, seine Spielvorbereitung anzupassen. Auf der Pressekonferenz erklärte er: "Eigentlich konzentrieren wir uns zu 70 Prozent auf uns und zu 30 Prozent auf den Gegner. Jetzt gucken wir aber zu 100 Prozent nur auf uns." Das muss nicht von Nachteil sein, schließlich gibt es aktuell einiges zu analysieren in Magdeburg. Der Zweitliga-Absteiger rangiert mit elf Punkten aus acht Spielen auf Tabellenplatz neun im Mittelfeld der 3. Liga. Zwar ist der FCM seit sieben Spielen ungeschlagen, davon endeten jedoch fünf remis.

Gegen den krisengebeutelten 1. FC Kaiserslautern möchte Magdeburg wieder siegen, Krämer aber weiß auch, dass die Gastgeber angesichts des neuen Trainers und der desolaten 1:6-Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Meppen auf "Wiedergutmachung" aus sein werden. Während er sonst Einblicke in seine taktischen Überlegungen gewährt, hielt er sich vor der Partie gegen den FCK zurück: "Wir wollen vor dem Spiel ganz bewusst nicht so viel sagen. Wir wollen in Kaiserslautern abliefern."

Wir werden da nicht hinfahren und uns wie das Kaninchen vor der Schlange verstecken. Wir werden sehen, wie viele Räume sich ergeben werden.

Stefan Krämer

Dennoch deutet vieles auf ein flaches 4-4-2 mit schnellen Flügeln wie Sirlord Conteh oder Tarek Chahed hin. In diesem System startete das Team auch beim 1:1 gegen Duisburg am vergangenen Spieltag und überzeugte seinen Trainer vor allem in der ersten Viertelstunde mit dem Fußball, den der Coach - wie er nach der Partie erklärte - über längere Phasen von seinen Schützlingen sehen will.

Nicht nur fußballerisch, sondern auch hinsichtlich der Einstellung erwartet Krämer von seinen Spielern - vor allem aufgrund der mitreisenden Anhänger - eine Top-Leistung: "Das Stadion am Betzenberg kann eine große Energie entfachen. Ich bleibe aber dabei: Wenn sich so viele Fans auf die Beine machen, dann muss man als Spieler um sein Leben rennen." Auch die Akteure selbst wollen sich mit einem guten Auftritt bedanken. Linksverteidiger Thore Jacobsen konstatierte: "Das ist verrückt, wie viele Fans mitfahren. Wir wollen etwas zurückgeben, für mich ist das immer ein Geben und Nehmen."

kon