Rekord für Müller, Milde von Hoeneß

Lewandowski: "Solche Spiele braucht man"

200. Pflichtspieltreffer für den FC Bayern: Angreifer Robert Lewandowski.

200. Pflichtspieltreffer für den FC Bayern: Angreifer Robert Lewandowski. picture alliance

Dabei gibt es sehr wohl berichtenswerte sportliche Aspekte. Der Wahrheit am nächsten kam dabei Robert Lewandowski, dessen 2:0 sein 200. Pflichtspieltreffer für den FC Bayern war: "Solche Spiele braucht man, um zu sehen, was man besser machen kann."

Da wäre zunächst die Chancenverwertung. Aus 15 Möglichkeiten gegen einen schwachen Gegner machten die Bayern nur drei Tore. "Wir hätten früher das zweite Tor schießen sollen, dann wäre es einfacher gewesen. Am Ende können wir mit dem Spiel sehr zufrieden sein", ließ Präsident Uli Hoeneß mit der eigenen Mannschaft mehr Milde walten als anschließend mit dem DFB.

Überhaupt so viele Chancen herauszuarbeiten, ist oberflächlich betrachtet gut, bei näherem Hinsehen offenbarten die Münchner aber viele Abstimmungsprobleme und Schludrigkeiten. "Mitte der zweiten Halbzeit sind wir vom Gas runter", analysierte der eingewechselte Thomas Müller. Da stand es nur 1:0, ein gefährliches Spiel. Es könnte auch daran gelegen haben, dass Philippe Coutinho mehr und mehr abtauchte, nachdem der Neuzugang in den ersten 45 Minuten noch der beste Mann auf dem Platz gewesen war. Thiago bereitete zwar Müllers 3:0 genial vor, spielte aber erneut unkonzentriert und fehlerhaft. Von Corentin Tolisso kamen zu wenig Impulse, Joshua Kimmich - dieses Mal wieder rechts hinten - hatte auch schon bessere Tage.

Müller ist Rekordspieler

Müller übrigens traf nicht nur, mit seinem 106. Einsatz ist er nun auch Bayerns alleiniger Rekordspieler in der Champions League vor Philipp Lahm (105).

Ausbaufähige Leistung hin oder her, die nackten Zahlen sprechen für den deutschen Rekordmeister. "Es ist wichtig, dass wir unsere Aufgaben lösen, das haben wir getan. Wir sind zufrieden mit dem, was wir gezeigt haben, nur hätten wir es natürlich gerne früher klargemacht", sagte Manuel Neuer.

Jetzt geht es nach London

Tottenham Hotspur, der vermeintliche Hauptkonkurrent um den Gruppensieg, ließ beim 2:2 in Piräus bereits Punkte liegen, die Münchner registrierten dies nach dem Abpfiff sehr wohl: "Für uns ist es nicht schlecht, dass die unentschieden gespielt haben, aber am Ende müssen wir auf uns selbst schauen", so Hoeneß. Mit dem Auswärtsspiel in London wartet am nächsten Spieltag bereits die wohl schwerste Prüfung. Um dort zu bestehen, wird am 1. Oktober vieles besser klappen müssen als am Mittwochabend.

Frank Linkesch

Bilder zur Partie Bayern München - Roter Stern Belgrad