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Diskussion um Manuel Neuer und ter Stegen skaliert: Uli Hoeneß droht dem DFB ganz offen

Bayern-Präsident greift DFB, ter Stegen und Presse an

Diskussion um Neuer eskaliert: Hoeneß droht dem DFB ganz offen

Präsident Uli Hoeneß

"Wir werden den Leuten Feuer geben": Präsident Uli Hoeneß. imago images

Zunächst spielten sich die Kontrahenten Neuer und ter Stegen den Ball hin und her, bis der Bayern-Keeper die fernmündliche Auseinandersetzung für beendet erklärt hatte - zumindest in der Öffentlichkeit. Die Bayern-Bosse wollen das Thema indes nicht auf sich beruhen lassen. Zunächst forderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge "ein Stück Dankbarkeit einem Mann gegenüber, der 90-mal für Deutschland gespielt und alles gewonnen hat" und sah die Rolle des DFB in der Causa kritisch. Präsident Uli Hoeneß legte noch eine Schippe drauf, fuhr nach dem 3:0-Erfolg gegen Roter Stern einen Generalangriff auf den DFB, die Presse und ter Stegen.

Hoeneß: "Das ist ein Wahnsinn"

Zum "Warmlaufen" kritisierte Hoeneß zunächst noch die vielen Länderspielpausen. "Jetzt gibt es ja schon drei Unterbrechungen bis Weihnachten. Das ist ein Wahnsinn, das muss geändert werden", regte sich der 67-Jährige auf. "Jedes Mal, wenn die Mannschaften so ein bisschen im Rhythmus sind, dann ist wieder so ein Länderspiel. Das kann so nicht weitergehen. Karl-Heinz ist derselben Meinung und wir werden auch intervenieren", kündigte er sogar an.

Richtig in Fahrt kam Hoeneß, als er auf die Diskussion rund um Neuer und ter Stegen angesprochen wurde. Bevor er dem Barça-Keeper die Leviten las, waren erst die Journalisten dran. "Ich finde, das ist ein Witz - vor allem auch die Münchner Presse finde ich nicht in Ordnung. Die westdeutsche Presse unterstützt ter Stegen extrem, als wenn er schon 17 Weltmeisterschaften gewonnen hätte. Von der süddeutschen Presse sehe ich gar keine Unterstützung", wünscht sich Hoeneß Parteinahme der Journalisten für seinen Spieler.

"Er hat überhaupt keinen Anspruch, da zu spielen"

Keeper ter Stegen griff er persönlich an. "Ich finde das unmöglich, dass man so ein Thema in die Öffentlichkeit bringt", zeigt Hoeneß keinerlei Verständnis für den Vorstoß aus Barcelona und geht noch weiter: "Er hat überhaupt keinen Anspruch, da zu spielen."

Bei den Torleuten sei es etwas anderes als bei Feldspielern, unterstreicht Hoeneß. Da könne man nicht ständig hin-und herwechseln, denn: "Die Hierarchie muss klar sein. Und die Hierarchie bedeutet: Manuel Neuer ist die Nummer 1. Er ist über viele Jahre der beste Torwart der Welt gewesen. Jetzt war er verletzungsbedingt eine Zeit lang außer Gefecht. Aber es war doch klar, wenn er wieder alte Form hat und die hat er jetzt, dass nur er die Nummer 1 sein kann. Manuel Neuer ist doch viel besser und viel erfahrener. Da gibt es doch gar keine Diskussion für irgendjemanden auf der Welt daran zu zweifeln, dass Manuel Neuer bei uns in Deutschland im Tor steht. Der kann solange spielen, wie er gesund ist. Er wird immer der Beste sein."

"Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen"

Zum Abschluss der Abrechnung war nochmal der DFB dran. Denn mit dem Verband liegen die Bayern ja seit der Ausbootung von Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng im Clinch. "Wir kriegen ständig vom DFB Theater! Zuerst die unmögliche Ausbootung und die Art und Weise, wie hier die drei Spieler schlecht behandelt wurden. Und jetzt dasselbe wieder mit Manuel Neuer. Dass man das zulässt, dass ein Mitspieler in die Öffentlichkeit geht, für ein Thema, das er nur mit Joachim Löw zu besprechen hat, das ist nicht in Ordnung. Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler hier ohne Grund beschädigt werden."

Auf die Frage, was er denn machen wolle, sagte Hoeneß noch: "Wir werden den Leuten schon mal ein bisschen Feuer geben. Das können wir."

tru