Die Verletztenmisere hält Werder weiter in Atem

Baumann zur Ausfallserie: "Es ist ein Rätsel"

Frank Baumann

Etwas ratlos: Werder-Manager Frank Baumann. imago images

Trainer Florian Kohfeldt sucht nach eigener Aussage schon seit Wochen "fieberhaft nach Gründen", Manager Frank Baumann versicherte am Mittwoch im Gespräch mit dem kicker: "Wir arbeiten weiterhin jeden einzelnen Fall intensiv auf, um zu sehen, ob es Zusammenhänge gibt. Aber jeder einzelne Fall liegt anders, es ist für uns kein Muster zu erkennen." Osako war zwar vergangene Woche durch die Länderspielreise mit Japan grundsätzlich hoch belastet, absolvierte aber zuletzt gleich drei Regenerationstage, nachdem er im Spiel bei Union Berlin (2:1) wegen eines Wadenkrampfes ausgewechselt worden war.

Von außen betrachtet lässt sich immerhin feststellen, dass diverse Muskelverletzungen ohne jede Vorwarnung auftraten. Etwa auch bei Toprak, beim inzwischen wieder fitten Benni Goller (wie bei Osako ebenfalls direkt nach einer Regenerationsphase) und bei Moisander. Der Kapitän erlitt während des Auslaufens nach dem Test in Hannover einen Faserriss in der Wade, konnte auch am Dienstag noch nicht wie erhofft ins Lauftraining einsteigen. Eventuell müssen weitere Untersuchungen folgen.

Vergleich mit der vergangenen Saison

"Ich habe nichts festgestellt, was die vielen Verletzungen erklären würde", hatte Neuzugang und Routinier Michael Lang am Dienstag noch betont, "es muss also wirklich Pech sein." Der Glaube an so viele unglückliche Zufälle in so kurzer Zeit fällt objektiv aber naturgemäß immer schwerer. Doch was gegebenenfalls schief laufen könnte, ist für Beobachter nicht zu greifen. Und auch nicht für die Beteiligten, wie Baumann erklärt. Der Boss verweist auf vergangene Saison, in der Werder beispielsweise mit sechs Abwehrspielern für die Viererkette auskam und in Person von Ludwig Augustinsson, Maxi Eggestein, Niklas Moisander, Theo Gebre Selassie, Davy Klaassen sowie Max Kruse gleich sechs Feldspieler mindestens 30 Bundesligaeinsätze absolvierten. "Das zeigt, wie gut die Belastungssteuerung funktioniert hat", stellt Baumann nachvollziehbar fest. "Und wir haben im Vergleich zum letzten Jahr kaum etwas geändert. Umso mehr ist es für uns ein Rätsel."

Gewissheit herrscht einzig darüber, "dass uns die Ausfälle sportlich krass treffen", so Baumann. Umso wichtiger wäre, dass am Samstag gegen Leipzig wenigstens Maxi Eggestein nach seinen Rückenproblemen zurückkehrt. "Gerade in der jetzigen Notsituation müssen wir aber auch aufpassen, die Leute trotzdem vernünftig zurückzuführen", mahnt Baumann. Auch Kohfeldt hat bereits klargemacht: Überhöhte Risiken für den kurzfristigen Erfolg werde er bei Wiedereingliederung der Verletzten keinesfalls eingehen.

Thiemo Müller

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