Champions League

Marin auf dem Weg zum "Stern" des Roten Sterns?

Ex-Nationalspieler ist der Star der Belgrader

Marin auf dem Weg zum "Stern" des Roten Sterns?

Marko Marin

Auf dem Weg zu besonderen Ehren: Marko Marin. imago images

Damals waren Sinisa Mihajlovic, Vladimir Jugovic, Milorad Belodedici, Robert Prosinecki, Dejan Savicevic oder Darko Pancev die großen Namen bei den Belgradern. Heute ist das der ehemalige deutsche Nationalspieler Marko Marin (16 Länderspiele), der sich selbst an dieses Spiel nicht erinnern dürfte, war er doch damals gerade mal zwei Jahre alt.

Der begnadete Techniker ist nach seiner langen Odyssee (sieben Klubs in sechs Jahren) endlich angekommen und blüht in der serbischen Hauptstadt so richtig auf. Marin kam vor einem Jahr ablösefrei aus Piräus in die Donaumetropole und schlug sofort ein. Mit sechs Toren und acht Vorlagen trug er dazu bei, dass Roter Stern seinen Meistertitel verteidigte - RSB hat in der heimischen Liga eine phänomenale Bilanz von nur einer Niederlage in 68 Spielen (61-6-1), in der laufenden Saison stehen die Belgrader bei fünf Siegen aus fünf Spielen. Die zweitklassige serbische Meisterschaft ist aber nicht zwingend die Referenz, viel wichtiger sind die Auftritte auf europäischem Parkett - und die konnten sich bei Marin auch sehen lassen.

So glänzte er in der Champions League, für die sich RSB erstmals qualifiziert hatte, mehrfach. Seine Leistung beim sensationellen 2:0-Erfolg über den späteren Sieger FC Liverpool hinterließ besonders Eindruck. Roter Stern scheiterte zwar in der bockschweren Gruppe mit Paris St. Germain, Liverpool und Neapel, in Summe überwog aber der Stolz über das Erreichte. Endlich war Roter Stern Belgrad wieder in der europäischen Elite vertreten - ein Wunsch, den die Serben seit 1991 gehegt hatten. Und Marin? Der war endlich angekommen - und das ausgerechnet bei dem Klub, dessen Trikot er schon als Knirps in der Jugend der Frankfurter Eintracht getragen hatte.

Für Marin, der selbst serbische Wurzeln hat und auch fließend Serbisch spricht, war es zugleich das Ende einer Odyssee. Nach guten Jahren in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen hatte sich der Dribbler schlicht verwechselt, als er zum FC Chelsea ging. Dort konnte sich der schmächtige Marin nicht durchsetzen, wurde immer wieder verliehen und ging auf Europa-Tournee: Sevilla, Florenz, Anderlecht, Trabzon und Piräus waren seine Stationen, ehe er in Belgrad sein Glück fand.

Spieler des Jahres

In Serbien wurde Marin auf Anhieb zum Spieler des Jahres gewählt, bei Roter Stern schwang er sich binnen einer Saison zum Kapitän auf und gilt mittlerweile als unersetzbar. Geschäftsführer Zvezdan Terzic drückte dem 1,70 m großen Profi sogar den Stempel "Unverkäuflich" auf - eine äußert ungewöhnliche Aussage von einem Verantwortlichen eines Klubs, der sich eigentlich über Spielertransfers finanziert. Für Terzic ist Marin in der serbischen Liga einer der besten Fußballer der letzten 20 Jahre.

Eines Tages ein "Stern"? Der Manager kann sich auch vorstellen, dass der 30-Jährige eines Tages ein "Stern" des Roten Sterns werden könnte. Das ist die größte Auszeichnung, die der Klub vergibt - und die wurde in der langen Geschichte des Klubs erst sechsmal vergeben: fünfmal an Einzelspieler (Rajko Mitic, Dragoslav Sekularac, Dragan Dzajic, Vladimir Petrovic, Dragan Stojkovic) und einmal an die Generation 1991. Damit es dazu wirklich kommt, bräuchte es aber noch den einen oder anderen weiteren Gala-Auftritt - aus serbischer Sicht am liebsten schon am Mittwoch in München.

Vladimir Milutinovic

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