Jena hält seinem Trainer die Treue

Geschäftsführer Förster: "Es gibt kein Ultimatum für Kwasniok"

Lukas Kwasniok

Meisterte bereits in der Vorsaison eine Krise: Lukas Kwasniok. imago images

Im Dezember 2018 übernahm der 38-Jährige den Thüringer Klub, der zu diesem Zeitpunkt auf Tabellenplatz 18 rangierte - und startete sein Engagement im Paradies mit einem 3:1-Auswärtssieg gegen den TSV 1860 München. Auf den nächsten Dreier musste der Coach allerdings bis April warten. Am 31. Spieltag stand Jena wie bei Kwasnioks Amtsantritt auf einem Abstiegsplatz, zum rettenden Ufer fehlten zu diesem Zeitpunkt acht Zähler aus sieben Partien.

Kwasniok auch nach dem Chemnitz-Spiel auf der Trainerbank

Durch eine sensationelle Aufholjagd im Frühjahr und sieben Siegen aus den letzten acht Duellen der Vorsaison sicherten sich die Thüringer den Klassenerhalt. Kwasniok bewies demnach bereits in der vergangenen Saison, dass er Abstiegskampf kann. Auch in der laufenden Spielzeit stehen ähnliche Herausforderungen an: Bereits nach acht Runden fehlen ganze sieben Punkte auf die Nichtabstiegsplätze. Jena startete desolat in die Saison, feierte den ersten Punkterfolg erst am vergangenen Spieltag und konnte der Hoffnung, nach dem Remis gegen Magdeburg (1:1) die Wende einzuleiten, bereits bei der darauffolgenden 1:3-Niederlage gegen 1860 München nicht gerecht werden.

Obwohl angesichts jenes Saisonstarts faktisch vieles gegen Kwasniok spricht, bleibt der Klub seinem Trainer treu und stellt ihn auch nicht für das Kellerduell mit dem Tabellennachbar aus Chemnitz in die Bringschuld. "Es gibt kein Ultimatum für Lukas Kwasniok", versicherte Geschäftsführer Chris Förster bei "Sport im Osten". Er werde auch nach dem Duell mit dem CFC auf der Trainerbank sitzen. Dass Jena trotz der andauernden sportlichen Talfahrt an seinem noch jungen Coach festhält, ist eine Rarität im Trainergeschäft angesichts der aktuellen Trends, rührt aber auch nicht von ungefähr.

Er ist "überzeugt und brennt für die Sache"

Für Kwasniok spricht erstens, dass er bereits in der vergangenen Saison unter Beweis stellte, eine Mannschaft in Krisenzeiten führen zu können. Der 38-Jährige erarbeitete sich dank der Aufholjagd einen enormen Kredit beim Klub. Zweitens, so erklärte es Förster, sei der Trainer weiterhin "überzeugt und brennt für die Sache". Diese Auffassung sei aus einem Gespräch mit dem früheren KSC-Jugendtrainer hervorgegangen. Und drittens sei auch aus der Mannschaft der Wunsch nach dem Signal, "dass es keine Trainerentscheidung abhängig vom Spielausgang in Chemnitz geben wird", vorgetragen worden.

Förster begründete die Entscheidung, trotz der Krise weiterhin an dem Coach festzuhalten, final wie folgt: "Uns geht es nicht darum, eine einfache Lösung zu finden, sondern die erfolgversprechendste." Und in jener präferierten Variante sitzt Kwasniok auf der Trainerbank.

kon