"Ich brauche noch Zeit, um mich in diesem System wohlzufühlen"

Roussillon und die neue Rolle

Jerome Roussillon

Arbeitet an sich: Jerome Roussillon. imago images

Die Veränderung für ihn ist groß im neuen 3-4-3. Hatte Jerome Roussillon in der vergangenen Saison sowohl im 4-4-2 als auch im 4-3-3 stets einen Partner auf seiner Seite, so gehört die linke Außenbahn nun ihm alleine. Defensiv wie offensiv ist der 26-Jährige stark gefordert. Theoretisch weiß Roussillon, was er zu tun hat, in der Umsetzung jedoch hapert es noch. "Ja", bestätigt der Linksfuß, "dieses Gefühl habe ich auch. Ich brauche noch Zeit, um mich in diesem System wohlzufühlen."

In der vergangenen Saison lief es noch wie geschmiert für den flinken Franzosen. "Letztes Jahr hatten wir auf den Seiten mehr Überzahl, da war es leichter für mich, Lösungen zu finden." Roussillon wetzte häufig die Seite entlang, spielte Doppelpässe, hinterlief seinen Vordermann. Nun ist er so ziemlich allein auf weiter Flur, die offensiven Spieler auf den Halbpositionen orientieren sich stark ins Zentrum. Seine Stärken kommen aktuell noch nicht so zum Vorschein. Kam er vorher meist mit Anlauf von hinten, so muss er nun häufiger offensiver aus dem Stand heraus agieren. Die enormen Qualitäten des 1,75 Meter kleinen Kraftpakets blitzen aber wie bei der Torvorbereitung im Pokal in Halle (5:3) oder bei seinem Treffer in Berlin (3:0) auf. Roussillon arbeitet an sich. "Ich muss den Schritt nach vorne machen, um mein Spiel zu verbessern."

Denn: "Wichtig ist vor allem die Mannschaft." Und die benötigt einen Roussillon in Topform, um die eigenen Ziele zu erreichen. In der vergangenen Spielzeit kam der Linksverteidiger auf drei Tore und sechs Vorlagen in 28 Ligaspielen. Acht Assists hatte er sich nun vor der neuen Saison vorgenommen, bislang servierte er nur dieses eine Mal im Pokal. Zweifel an der neuen VfL-Ausrichtung hat Roussillon aber keineswegs. "Ich bin voll überzeugt", betont er, "aber es braucht Zeit."

Thomas Hiete

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