Von Zockerabenden auf die Bühnen der Welt

Nationaltorhüter Bernd Leno gründet eSport-Team

So präsentiert Bernd Leno sein neues eSport-Team.

So präsentiert Bernd Leno sein neues eSport-Team. webix solutions GmbH

"Von den Zockerabenden in Bietigheim auf die Bühnen und Bildschirme dieser Welt." Das ist der Geist hinter dem neuen eSport-Projekt von Fußballnationaltorhüter Bernd Leno. Am 17. September hat der Spieler die Gründung einer eigenen eSport-Organisation bekannt gegeben, die bereits fünf FIFA-Spieler unter Vertrag hat. Zusammen mit zwei Geschäftspartnern will Leno junge Talente entwickeln und seine Topstars an Vereine ausleihen.

Flöck und Mutic verpflichtet

Der Vergleich mit Mesut Özils "M10"-Team drängt sich auf: Beides deutsche Spieler, beide unter Vertrag bei Arsenal, da hat man sicher mal miteinander gesprochen. Auch die Spieleragentur eSportsReputation mischt bei beiden Projekten kräftig mit - die eSport-Profis werden von ihr vertreten.

Nun ist also auch Leno im eSport dabei, und er bringt ein ausgewogenes Konzept mit. Zwei weitere Partner hat er an Bord: Julijan Sero, der den eSport-Clan Nordic gegründet und geführt hat, sowie Frank Fischer, der mit seinem IT-Unternehmen Hardware und Infrastruktur stellt.

Unter Vertrag hat Leno bereits Jan-Niklas 'D3r_Bomb3r' Flöck (20) und Deniel 'Denii_10' Mutic (26). Flöck war vergangene Saison für den 1. FC Köln in der Virtual Bundesliga Club Championship gestartet. Nachwuchsspieler von Leno eSports werden Jan-Paul Kowtun (18), Joe Hellmann (16) und Max Lud (17).

"Bernd war ein krasser FIFA-Zocker"

Als erstes Ziel des neuen Vereins hat Leno das Erreichen der Major-Turniere ausgerufen, allerdings soll vor allem die Weiterentwicklung der Spieler im Vordergrund stehen. "Auf die eigenen Wurzeln bedacht, werden Talente aus Stuttgart und der Umgebung entdeckt und gefördert. Leno eSports baut junge Nachwuchskräfte auf - auch abseits des virtuellen Rasens, Medienkompetenz und Persönlichkeitsentfaltung sind im Gesamtpaket enthalten", heißt es auf der Webseite des neuen Vereins.

Das Ganze soll außerdem ein Herzensprojekt von zweien der Gründer sein. Dem Narrativ nach kennen sich Leno und Sero schon von Kindesbeinen an, sind zusammen in Bietigheim nahe Stuttgart aufgewachsen. "Bernd war ein krasser FIFA-Zocker", erinnert sich Sero. "Er regte sich teilweise mehr auf als ich selbst." Er hätte sich erst nach langer Zeit getraut, seinen Jugendfreund auf die Idee anzusprechen, sagt er. "Leno war sofort Feuer und Flamme für die Vision, das Projekt gewann durch seinen Einstieg die nötige Reichweite", heißt es auf der Website.

Der Nationalspieler soll aber keine Millionen in die Firma pumpen. Es sei nicht das Ziel, möglichst schnell die besten Zocker der Welt zu verpflichten, sondern den Nachwuchs aus dem Raum Stuttgart aufzubauen. "Mir ist es ein sehr wichtiges Anliegen, dass neben dem eSport das Thema Bewegung und Gesundheit nicht vernachlässigt wird", sagt Leno. Was die Leihen betrifft, könnten seine Spieler derweil von Lenos Kontakten zu englischen und deutschen Fußballvereinen profitieren.

Holm Kräusche

Zwei Deutsche dabei: Die besten Spieler der spanischen Liga