Luhukays Elf schlägt den HSV und springt auf Platz zehn

"Einfach nur atemberaubend": St. Pauli im Rausch

Jubel in Braun und Weiß: St. Pauli feiert ein Tor im Stadtderby gegen den HSV.

Jubel in Braun und Weiß: St. Pauli feiert ein Tor im Stadtderby gegen den HSV. imago images

Schiedsrichter Sven Jablonski hatte das Spiel längst abgepfiffen, der Fanblock der Gäste war beinahe leer, da liefen die Spieler des FC St. Pauli noch einmal über den Platz und präsentierten ein Banner mit der Aufschrift: "Hamburg ist braun weiß" - und das war es an diesem Montagabend tatsächlich.

Der Außenseiter hatte den hochgehandelten HSV niedergerungen und den ersten Stadtderbyheimsieg im professionellen Fußball eingefahren. Nach dem 2:0 meinte Trainer Jos Luhukay am Sky-Mikrofon: "Wir sind auf einem guten Weg, das hat das Spiel gezeigt." Es hat sogar offenbart: Seine Mannschaft ist inzwischen soweit, dass sie selbst dann gewinnen kann, wenn er, Luhukay, Wagnisse eingeht.

Spielbericht

Den erst 19-jährigen Innenverteidiger Leo Östigard ausgerechnet im Derby erstmals von Beginn an aufzubieten, Sebastian Ohlsson bei seinem Debüt auf Anhieb in die erste Elf zu berufen: Das war durchaus ein Risiko, das Luhukay mit seiner Aufstellung eingegangen war - doch es zahlte sich aus.

"Die ersten 30 Minuten waren richtig gut von uns", meinte Mittelfeldmann Marvin Knoll nach dem Spiel, räumte aber auch ein, dass St. Pauli kurz vor der Pause gehörig Glück hatte, als ein Treffer von Lukas Hinterseer die Anerkennung verwehrt blieb, da der Assistent den Ball vor Bakery Jattas Flanke im Aus gesehen hatte. "Ich bin ein ehrlicher Mensch", sagte Knoll, "ich glaube nicht, dass er mit vollem Umfang im Aus war."

Dennoch: St. Paulis Sieg war verdient, die Atmosphäre im Millerntor-Stadion "einfach nur atemberaubend" (Knoll), der Abend rundum gelungen. Nicht zuletzt, weil Mats Möller Daehli einen sehr guten Tag erwischt hatte. Der Norweger leitete beide Tore ein und war mit seinem agilen und spielfreudigen Auftritt einer der auffälligsten Akteure überhaupt.

Ich könnte ja jetzt sagen, das war einstudiert. Aber das war in Eigenregie, das ist das Schönste.

Jos Luhukay

Nach der Partie erhielt er ein Sonderlob von Luhukay. "Was er bis jetzt zeigt, ist auf einem guten Niveau", sagte der Niederländer und erfreute sich vor allem am 2:0, dem - zur Überraschung der HSV-Defensive - ein flacher Freistoß Möller Daehlis vorausgegangen war: "Ich könnte ja jetzt sagen, das war einstudiert", so Luhukay, "aber das war in Eigenregie, das ist das Schönste."

lei