Anhänger zeigen sich vermummt am Zaun und zünden Pyrotechnik

Hamburger Derby wird zweimal unterbrochen

Choreographie am Hamburger Millerntor

Protest gegen Montagsspiele: Choreographie am Hamburger Millerntor. imago images

Abgesehen von den gewohnten Protesten gegen Montagsspiele sorgten sowohl die Anhänger des FC St. Pauli als auch die des Hamburger SV über den Großteil der 90 Minuten für eine malerische Kulisse am Millerntor. Unter den Klängen von Hells Bells von AC/DC liefen die Beteiligten gegen 20.30 Uhr unter dem Abendhimmel ein, sahen buntes Konfetti auf den Rasen regnen und Wunderkerzen brennen.

Es gab aber auch Unschönes zu berichten: Zu Beginn der zweiten Halbzeit, nachdem der anfängliche Starkregen mehr und mehr nachgelassen hatte, zündeten beide Lager Pyrotechnik und schossen zudem Silvester-Feuerwerk in den Nachthimmel.

Schiedsrichter Sven Jablonski musste mit dem Anpfiff zu Wiederbeginn einige Minuten warten - und unterbrach auch kurz vor Spielschluss noch einmal. Hier warfen Anhänger aus dem Gästeblock entzündete Leuchtmittel in den Strafraum von St. Paulis Torwart Robin Himmelmann. Außerdem zeigten sich auf beiden Seiten etliche vermummte Menschen, die den Zaun erklommen und auch dort Pyro entfachten.

Anders als beim 4:0-Triumph des HSV im März an gleicher Stelle blieben Ausschreitungen allerdings während des Spiels nach ersten Berichten aus. Und auch in den Tagen vor dem 102. Derby war es in der Hansestadt relativ ruhig geblieben.

"Die Lage ist relativ entspannt"

Nach Abpfiff des Stadtderbys sind die Fans der rivalisierenden Mannschaften friedlich aus dem Stadion abgezogen, wie die dpa mitteilt. "Die Lage ist relativ entspannt", sagte ein Polizeisprecher. Ein Großteil der HSV-Fans sei mutmaßlich gleich nach Hause gegangen. Die Polizei hatte das Lokalderby, das der FC St. Pauli erstmals seit 1960 mit 2:0 im heimischen Millerntor-Stadion für sich entschied, mit einem Großaufgebot abgesichert.

"Rund und ums Millerntor-Stadion haben wir zum Schutz der abwandernden Fans bereits wieder einige Straßen (z.B. die Reeperbahn) gesperrt", twitterte die Polizei nach Ende des mit mehr als 29.000 Zuschauern restlos ausverkauften Spiels.

mag/dpa