Druck auf Slomka wächst vor Kellerduell in Kiel

Die Botschaft an Hannovers Team: "Wir vertrauen euch"

96-Trainer Mirko Slomka

Der Druck steigt: 96-Trainer Mirko Slomka muss langsam liefern. imago images

Am Montag ist in Hannover trainingsfrei, ehe die Vorbereitung auf das extrem wichtige Spiel am Freitag in Kiel losgeht. Noch am Wochenende waren alle darum bemüht, Ruhe in den Verein zu bekommen. "Fünf Punkte nach sechs Spielen sind weniger, als wir alle erwartet haben", ließ Martin Kind seine Enttäuschung immerhin durchblicken, fällte aber kein abschließendes Urteil über das neu zusammengestellte Team. "Die Mannschaft muss noch zusammenwachsen, das hat man auch gegen Bielefeld gesehen. Die Mannschaft genießt unser Vertrauen."

Betont optimistisch gab sich Sportchef Jan Schlaudraff. "Wir haben Spieler, die wenig gespielt haben und Rhythmus brauchen. Wenn die Mannschaft Zeit bekommt, wird sie bald auch wieder oben mitspielen können."

So ein Beispiel ist Dennis Aogo, der erst Anfang September verpflichtet wurde. "Dass ich noch nicht bei 100 Prozent sein konnte, war allen klar", ließ der Neuzugang, dessen Vertrag in Stuttgart nicht verlängert wurde, wissen. "Da geht wesentlich mehr, das weiß ich, und darauf wird für mich der Fokus liegen." Das gilt so ziemlich für alle Akteure bei den Niedersachsen. Demonstrativ stellt sich auch Slomka vor sein Team. "Wir in der Sportlichen Leitung werden der Mannschaft jetzt vermitteln: 'Wir vertrauen euch'. Wir werden nicht unruhig."

Was wird aus Slomka?

Doch wie tief ist das Vertrauen in den Coach selbst? Slomka muss die Zeit bis Freitagabend nutzen und Lösungen finden. "Frecher, mutiger, entschlossener", wünscht sich Slomka selbst sein Team. Im Umfeld gibt es schon deutliche Kritik. Doch ein Trainerwechsel wäre auch wirtschaftlich kaum darstellbar. Gerade rechnete Schlaudraff vor, dass von über 20 Millionen Euro Transfereinnahmen des Sommers nur gut zwei Millionen wieder investiert wurden. Mit dem Großteil minderte 96 die Verluste früherer Jahre und der laufenden Spielzeit. Erst jüngst hatte Kind auf den Konsolidierungskurs verwiesen, der kostspielige Personalentscheidungen eigentlich ausschließt.

Noch hält der Vereinspatriarch die Füße still, doch seine Geduld ist bekanntlich endlich. Slomka hat es vor knapp sechs Jahren bei den Norddeutschen selbst erfahren müssen, als er sogar in der Winterpause zwischen Weihnachten und Silvester durch Tayfun Korkut ersetzt wurde. Doch noch bleibt ihm Zeit, das Ruder wieder rumzureißen...

Bei Gegner Holstein Kiel wurde am Sonntag nach der 0:3-Niederlage beim 1. FC Heidenheim übrigens nach fünf Punkten aus sechs Spielen - genau wie Hannovers Ausbeute - Trainer Andre Schubert bereits entlassen.

tru