Deutscher Nationaltrainer stellt sich hinter seine Spieler

WM-Analyse läuft - Rödl: "Man kann diese Mannschaft nicht kaputt machen"

Henrik Rödl

Belegte mit der DBB-Auswahl bei der WM in China den 18. Rang: Nationaltrainer Henrik Rödl. imago images

Speziell NBA-Star Dennis Schröder nahm Rödl in Schutz. "Seine Leidenschaft und Opferbereitschaft für diese Nationalmannschaft ist unbestritten. Er ist unglaublich motiviert, er ist so integriert wie nie, fokussiert und bei der Mannschaft", sagte er am Sonntag nach dem Finalsieg von Spanien gegen Argentinien bei "Magenta Sport".

Aus Sicht seines Trainers hat der 26-Jährige "in vielen Bereichen ein sehr, sehr gutes Turnier" gespielt. "Ich glaube, dass er nicht so fit in den Sommer reingekommen ist, wie wir das von ihm gewohnt sind", sagte Rödl. "Er musste sehr viele private Dinge im Sommer erledigen. In einigen Situationen war es gar nicht möglich für ihn, auf dem Level zu trainieren, wie er es in den letzten Sommern in der Lage war."

"Das war nicht gut. Wir haben nicht performt"

Schröder war erst zweieinhalb Wochen vor dem WM-Start zum deutschen Team gestoßen. Nach Verbandsangaben hatte der Profi des NBA-Clubs Oklahoma City Thunder in den USA noch "wichtige persönliche Dinge" zu erledigen gehabt.

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Neben Schröder nahm Rödl auch den restlichen Kader in Schutz. "Man kann diese Mannschaft nicht kaputt machen, weil dieses eine Spiel nicht funktioniert hat", sagte Rödl mit Blick auf die entscheidende Niederlage gegen die Dominikanische Republik. Es sei falsch, "sich an diesem Spiel aufzureiben und alles schlecht zu reden". Zugleich räumte der Nationaltrainer aber auch eine schwache Leistung ein. "Das war nicht gut. Wir haben nicht performt", sagte Rödl. Dieses Spiel sei aber nicht stellvertretend dafür zu sehen, "wie diese Mannschaft eingestellt ist".

Kommende Ziele: Olympia 2020 und die Heim-EM

Angesichts des schwachen Abschneidens und den anstehenden Herausforderungen - im kommenden Jahr will sich die DBB-Auswahl für Olympia qualifizieren, dann steht 2021 die Heim-EM an - will Rödl "jeden Stein umdrehen, das ist klar. Wir haben die Zeit zu schauen, an welcher Schraube wir noch drehen können. Vielleicht war in der Vorbereitung alles ein bisschen zu gut." Der Coach setzt auf einen Lerneffekt: "Wir können vielleicht mit etwas Wut im Bauch in solche Situationen etwas anders reingehen."

pau/dpa/sid