VfL bleibt das Stehaufmännchen der Liga - aber sieglos

Turbulentes Reis-Debüt: Drittes Heimspiel, drittes Comeback

Thomas Reis

Durchatmen nach intensivem Debüt: Bochums neuer Trainer Thomas Reis. imago images

Der dritte Punktgewinn der Saison bedeutete gleichzeitig den dritten deutlichen Rückstand, den der VfL vor heimischer Kulisse aufholte: Gegen Arminia Bielefeld drehten die Bochumer am 2. Spieltag ein 0:2 binnen elf Minuten in ein 3:2, um am Ende doch nur mit einem Unentschieden vom Platz zu gehen , am 4. Spieltag wurde gegen Wehen Wiesbaden gar ein 0:3 in den Schlussminuten noch in ein 3:3 umgewandelt.

Nun also das nächste Comeback, diesmal 2:2 nach 0:2. "Da muss man der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie wieder mit dem Rückstand umgegangen ist", befand Reis nach seinem ersten Spiel als Chefcoach. "Das zeigt mir, dass sie absolut intakt ist." Auch Danny Blum stellte heraus, dass die neuerliche Aufholaktion "wieder für unsere Moral spricht, die wir heute zum dritten Mal bewiesen haben."

Blum: Vom Opfer zum Retter

Blum war dabei vielleicht DIE Personalie der Partie. Denn eigentlich war der Neuzugang quasi dem Trainerwechsel zum Opfer gefallen, Reis hatte den schnellen Offensivmann zunächst auf die Bank verbannt - und letztlich war der ehemalige Frankfurter dann doch dafür verantwortlich, dass Reis zum Debüt direkt ein glückliches Händchen attestiert werden konnte. Zwar hatte der VfL unmittelbar nach seiner Einwechslung das 0:2 hinnehmen müssen, doch mit seinem wuchtigen Abschluss zum Anschluss hauchte Blum seinen Farben wieder Leben ein, den 2:2-Ausgleich durch Kapitän Anthony Losilla bereitete er mit einer scharf getretenen Ecke vor.

Was den Spielverlauf betrifft, war also kein großer Unterschied zwischen Reis und Vorgänger Robin Dutt zu sehen. Eine Handschrift des neuen VfL-Coachs war aber vor allem in der ersten Hälfte durchaus erkennbar. Extrem früh und aggressiv gingen die Bochumer zu Beginn ins Pressing, auch Dresden hielt in den Zweikämpfen mit Vehemenz dagegen. "Von der Intensität her kann man sich im ersten Spiel nichts Besseres wünschen," analysierte Reis. Wohlgemerkt: von der Intensität her.

Denn trotz der erneuten Aufholjagd überwog bei den Bochumern nach Abpfiff der Ärger. Im sechsten Saisonspiel war der VfL zum sechsten Mal in Rückstand geraten. Angesichts dieses Umstands müsse man "auch nicht jede Woche" über die Moral des Teams sprechen, meinte Mittelfeldmann Sebastian Maier frustriert. "Ich habe keine Erklärung dafür, dass wir nicht mal in Führung gehen." Keine Erklärung, aber eine klare Konsequenz: "Wir sollten schauen, dass wir mal ohne Gegentore auskommen. Wir können nicht jede Woche zwei, drei Tore aufholen."

mib