Stuttgart: Argentinier kehrt erst nach Fürth-Spiel zurück

Ascacibar: Geldstrafe und individuelles Training

Santiago Ascacibar

Bleibt auch im nächsten Spiel außen vor: Santiago Ascacibar. imago images

Der defensive Mittelfeldspieler ist nun mal ein Hitzkopf. Auf dem Rasen sowieso. Aber auch abseits davon, wenn er eben diesen nicht betreten darf. Also führte seine Nichtberücksichtigung in Aue vor zwei Wochen für den großen Knall. Ascacibar muckte auf, stellte Forderungen, wonach er immer und vor allem auf der Sechs statt auf der Acht zu spielen habe - und holte sich eine blutige Nase. Gegen Bochum saß der 22-Jährige wieder auf der Tribüne, nachdem sein obendrein kurzfristig geplanter Abschied zu Betis Sevilla ebenfalls gescheitert war. Um die Angelegenheit zu klären, wurde eine weitere Aussprache anberaumt, die jetzt stattgefunden hat.

Dass der junge Heißsporn in Regensburg (3:2) ebenfalls im Kader fehlte, überraschte nicht wirklich. Schließlich kehrte er erst am Donnerstagnachmittag von seiner Länderspielreise zurück. Dies sei aber nur die halbe Wahrheit, wie Sven Mislintat durchblicken lässt. Die Nichtnominierung habe "grundsätzlich" mit der späten Rückkehr zu tun. "Aber auch mit dem Gespräch, das wir geführt haben." Mehr will der Stuttgarter Sportdirektor eigentlich nicht verraten, geht aber dennoch auf Nachfrage etwas tiefer.

Er wolle erst "später etwas dazu sagen. Es ist aber nichts Wildes", so Mislintat. "Das Gespräch war astrein, ein super Gespräch, es hat alles ausgeräumt. Wir werden noch verkünden, was dabei rausgekommen ist." Am Sonntag ließ er die Katze aus dem Sack: Ascacibar wird auch am kommenden Samstag gegen Fürth nicht dem Kader der Schwaben angehören. "Tim Walter, Thomas Hitzlsperger und ich haben die Vorkommnisse mit ihm besprochen und festgelegt, dass Santi eine Geldstrafe an eine karikative Einrichtung zahlt." Außerdem werde er bis nach dem Fürth-Spiel individuell trainieren.

"Damit ist das Thema erledigt", macht Mislintat einen Haken unter den Ärger und sieht sogar das Positive darin. "Ich möchte sogar solche Situationen haben. Das zeigt, dass Leben in der Truppe ist. Und das muss sein. Wir brauchen nicht nur 20 Schwiegersöhne. Wir brauchen auch Aggressivität, um Spiele zu gewinnen." Ascacibars Kernkompetenz, die sich auch im Ehrgeiz des Argentiniers widerspiegelt. Eine Eigenschaft, die nicht die schlechteste ist. "Man muss mit solchen Charakteren umgehen können. Ich kann damit gut leben. Dann muss man sich auch mal tiefer in die Augen schauen, sprechen und dann ist es auch gut. Genau das ist passiert."

Dies gelte im Übrigen auch für den Sanktionierten, der die vereinbarten Konsequenzen "völlig akzeptiert hat" und damit wieder ein gern gesehenes und willkommenes Teammitglied ist. Mislintat freut sich, "wenn man sieht, wie er in der WhatsApp-Gruppe der Mannschaft mitfiebert". Deswegen sei keinerlei Nachgeschmack übrig. "Er ist ein super Junge." Doch erst in Bielefeld wird er das auch auf dem Platz wieder unter Beweis stellen können. Wenn die Konkurrenz nicht die Nase vorne hat. Eine Situation, an die sich Ascacibar gewöhnen sollte. Sein Status der Unantastbarkeit gehört der Vergangenheit an.

George Moissidis