Tottenham-Trainer widerspricht seinem Ex-Schützling

Pochettinos Streit mit Trippier: "Er hat mich gar nichts gefragt"

Kieran Trippier mit Mauricio Pochettino

Gingen offenbar nicht im Guten auseinander: Kieran Trippier und Mauricio Pochettino.

Atletico Madrid hat als einzige Mannschaft in La Liga die ersten drei Spiele gewonnen, und Kieran Trippier (28) stand jeweils 90 Minuten auf dem Platz, gab auch schon einen Assist. Englands Nationalspieler hätte vergangene Woche also einfach nur von seinem Wechsel nach Spanien schwärmen können, von seinem Traumstart in neuer Umgebung, tat er aber nicht: Er sagte auch, dass er Tottenham gegen seinen Wunsch verlassen habe.

"Ich habe den Trainer gefragt, ob er mit mir plant, aber weder ein Ja noch ein Nein bekommen", hatte Trippier geklagt, der seit 2015 Tottenhams rechte Seite beackert hatte. "Da wird einem einiges klar. Es ist enttäuschend. Ich habe alles für den Klub gegeben und wollte bleiben. Es ist nicht schön, wenn du weißt, dass dein Klub dich verkaufen will." Für 24 Millionen Euro gaben ihn die Spurs an Atletico ab.

Trippiers Nachricht an Pochettino bleibt hängen - Kane muss helfen

Hatte ihn Mauricio Pochettino also völlig im Dunkeln gelassen? Wollte er ihn tatsächlich loswerden? Der Trainer liefert jetzt eine ganz andere Version: "Im einzigen Gespräch, das ich mit ihm nach der Sommerpause hatte, hat er zu mir gesagt: 'Trainer, aus verschiedenen Gründen würde ich gerne das Angebot von Atletico Madrid annehmen.' Er hat mich gar nichts gefragt, es ging nur darum, ob der Klub das Angebot annimmt oder nicht, um sonst nichts. Es ging nie um: Willst du mich noch? Oder willst du mich nicht?"

Trippier, der in der vergangenen Saison nicht an seine starken WM-Leistungen angeknüpft hatte, versuchte nach der Aufregung der letzten Tage bereits, zurückzurudern, ließ via Spurs-Kapitän Harry Kane Pochettino ausrichten, dass seine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen worden seien, was nicht nur der "Guardian" für "schwer vorstellbar" hält. Seinen Ex-Trainer persönlich zu kontaktieren, war Trippier nicht gelungen: Pochettino hat seit kurzem eine neue Handynummer.

Er habe Trippier vom Absteiger zum WM-Teilnehmer geformt, betont Pochettino

"Ich habe kein Problem mit Kieran", betont der Argentinier. "Ich behalte ihn in guter Erinnerung." Er hätte ihn 2015 von Absteiger Burnley geholt, und eineinhalb Jahre später sei er Stammspieler, englischer Nationalspieler und bald auch WM-Teilnehmer gewesen. Und "er hat im Champions-League-Finale gespielt, als ich reichlich andere Optionen hatte - Serge Aurier, Davinson Sanchez, Kyle Walker-Peters. Aber er hat gespielt", schließt Pochettino. "Meine Taten sagen mehr als Worte."

jpe

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