"Menschlich" und "normal": Zwei frühere Torjäger auf der Trainerbank

Ruman und Mintal vor Derby: In den Farben getrennt, in der Wertschätzung vereint

Petr Ruman, Marek Mintal

Schätzen sich seit Spielertagen: Petr Ruman (li.) und Marek Mintal. imago images

Vor rund 16 Jahren, im September 2003 stand der Slowake erstmals mit dem Tschechen auf dem Platz: Beim 1:1 im Nachbarschaftsduell zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth gelang Mintal das Tor zur Führung, ehe Ruman seinem Kollegen Mirko Reichel den Ausgleichstreffer auflegte. In jener Saison lieferten sich die beiden Stürmer ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Torschützenkrone in der 2. Bundesliga. Letztendlich erzielte Mintal zwar mehr Tore als Ruman (16), dennoch musste er sich den Titel mit Unterhachings Francisco Copedo teilen, der ebenfalls 18 Treffer verbuchte.

Ruman über Mintal: "Riesentyp, der immer normal geblieben ist"

Trotz der Konkurrenz und der Rivalität zwischen dem Club und dem Kleeblatt pflegten und pflegen Mintal (72 Tore in 204 Einsätzen in der 1. und 2. Bundesliga für Nürnberg und Rostock) und Ruman (45/216, Mainz und Fürth) damals wie heute einen freundschaftlichen Umgang. Das Verhältnis ist geprägt von großer gegenseitiger Wertschätzung. Ruman, der mittlerweile die Kleeblatt-Reserve trainiert, erklärte: "Ich habe mich damals regelmäßig mit den Nürnberger Spielern Marek Nikl, David Jarolim, Robert Vittek und eben Marek Mintal in einem tschechischen Restaurant getroffen."

Sprechen die beiden früheren Rivalen über den jeweils Anderen, überhäufen sich die Trainer mit Lobeshymnen, die sich nicht nur auf das Sportliche reduzieren. Der 42-jährige Ruman adelt Mintal als "Riesentyp, der immer normal geblieben ist". Auch der Slowake schätzt an seinem Kontrahenten die Bodenständigkeit: "Ich treffe Petr immer gerne. Er ist sehr menschlich - einfach ein guter Junge."

"Jetzt freue ich mich aufs Derby"

Am Samstag kommt es zum Aufeinandertreffen - im sportlichen Rahmen der Regionalliga Bayern: Die U 23 der SpVgg Greuther Fürth ist zu Gast bei der U 21 des 1. FC Nürnberg am Valznerweiher. Zwar rangieren beide Teams im oberen Tabellendrittel, dennoch spricht der Trend nicht für die beiden fränkischen Reserven: Der Club ist seit fünf Spielen sieglos, Fürth verspielte nach nur einem Punkt aus den vergangenen drei Spielen die zwischenzeitliche Tabellenführung. Von einer Krise beim Kleeblatt möchte Ruman allerdings nicht sprechen, schließlich sei dies "Definitionssache". Zudem spielte das "kleine Kleeblatt" in den vergangenen Jahren stets gegen den Abstieg. Der Tscheche, der am Sonntag auf Torhüter Lucas Zahaczewski (Handgelenksbruch) verzichten muss, konstatierte: "Wir sind ein Ausbildungsverein mit einer gewissen Fluktuation und stehen auf Platz 3. Ich bin auf die Leistung meiner Spieler stolz. Jetzt freue ich mich aufs Derby."

Dabei ist das Duell zwischen dem Club und Fürth bei Weitem nicht das einzige brisante Aufeinandertreffen zweier Reserven am kommenden Wochenende in der Regionalliga: In der Nord-Staffel empfängt der Hamburger SV den SV Werder Bremen. Im Westen ist Borussia Dortmund beim 1. FC Köln gefragt.

kon/MB