Einsatz des Abwehrchefs auf der Kippe

Sven Bender: "Das ist das Fiese am Fußball, aber auch irgendwie das Schöne"

Sven Bender

Niederlage trotz starker Leistung: Sven Bender mit Leverkusen in Dortmund. imago images

Viermal hat Sven Bender bislang gegen seinen Ex-Klub gespielt. Bayer 04 lieferte dabei (außer beim 0:4 in Dortmund in der Saison 2017/2018) jeweils gute bis sehr gute Leistungen ab. Allerdings war die Ausbeute dabei äußerst mager: ein Punkt beim 1:1 im Heimspiel 2017/2018. Mehr war nicht zu holen.

Und das, obwohl Bayer in der vergangenen Saison sowohl im Hin- als auch im Rückspiel die klar bessere Mannschaft war, am Ende aber doch verlor. Zuhause 2:4 nach einer 2:0-Pausenführung. Und am 24. Februar in Dortmund beim 2:3, nachdem man den BVB bis zur Pause in atemberaubender Art und Weise an die Wand gespielt und die Partie insgesamt klar dominiert hatte.

Leverkusener Demonstration von Stärke

Die bislang letzten 90 Minuten gegen den BVB waren eine Leverkusener Demonstration von Stärke, die aber ohne Ertrag blieb. "Wir haben da keine Punkte mitgenommen, von daher haben wir auch nicht alles richtiggemacht. Aber das war unsere Spielweise, so wie wir uns das vorstellen. So haben wir eigentlich vor, immer zu spielen", blickt Bayers Abwehrchef auf die vielleicht eindrucksvollste Leverkusener Darbietung in der Vorsaison zurück.

In beiden Partien war Bayer ganz nah dran, das Spiel für sich zu entscheiden. Doch dann nutzte der BVB Leverkusener Unachtsamkeiten rigoros. "In solchen Spielen geht es immer nur um Kleinigkeiten. Das hat man auch vergangenen Saison gesehen: Selbst, wenn man richtig gut spielt, ist es keine Garantie, dass du auch gewinnst", weiß der 30-Jährige, der diesen Aspekt des Spiels liebt wie hasst: "Das ist das Fiese am Fußball und irgendwie auch das Schöne, dass jeder die Chance hat zu gewinnen, auch wenn er nicht seinen besten Tag hat."

Wettlauf mit der Zeit

Am Samstag in Dortmund möchte der ehemalige BVB-Profi etwas Zählbares mitnehmen. "Die Möglichkeit haben wir jetzt auch wieder", sagt er selbstbewusst, "wir sind ganz gut reingekommen in die Saison. Von daher wäre es schön, wenn wir mit dem gleichen Zug wieder ins nächste Spiel gegen Dortmund gehen. Wir wollen natürlich etwas mitnehmen." Ob er selbst sein Scherflein dazu betragen kann, ist aber offen. Durch eine am Montag erlittene Schulterverletzung wird es für den Rechtsfuß ein Wettlauf mit der Zeit.

Dass der BVB sein jüngstes Punktspiel bei Aufsteiger Union Berlin verlor, spielt für Bender weder negativ noch positiv eine Rolle. "Das ist mir wirklich egal. Ich schaue nur auf uns. Damit sind wir gut gefahren in dieser Saison, und wir wollen natürlich wieder nachlegen."

"Es geht am Ende immer nur mit 100 Prozent"

Ob er von der Dortmunder Niederlage überrascht gewesen sei? Bender antwortet: "Natürlich hat keiner so richtig damit gerechnet, aber das zeigt auch, wie schwierig es ist, Bundesligaspiele zu gewinnen. Das passiert eben nicht im Vorbeigehen." Die Basis muss stimmen, betont der Innenverteidiger. "Es geht am Ende immer nur mit 100 Prozent", sagt Bender, "aber auch wenn du 100 Prozent gibst, kann es Tage geben, an denen du halt verlierst." So wie Bayer beim 2:3 an jenem 24. Februar. Einem Tag, der ganz lange schön und dann doch fies für Sven Bender und seine Kollegen war.

Stephan von Nocks

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