"Wir müssen schon kühlen Kopf bewahren" - Cordoba ist fit

Beierlorzer warnt vor Derby-Wahn

Achim Beierlorzer

Wechselte im Sommer von Regensburg nach Köln: FC-Cheftrainer Achim Beierlorzer. imago images

Es dürfte eine hektische Partie werden. Eine extrem hektische. Allein schon die Spielweise beider Mannschaften dürfte am Samstag ab 15.30 Uhr in Müngersdorf dafür sorgen, dass es zu keinem Leerlauf kommt. Schließlich steht Achim Beierlorzers FC für frühes Nach-vorne-Verteidigen. Und auch Marco Roses Gladbacher sind darauf ausgerichtet, mit ihren nicht nur offensiv aufgrund ihrer Körperlichkeit und Dynamik unangenehmen Angreifern wie Alassane Plea, Marcus Thuram und Breel Embolo den Gegner direkt unter Druck zu setzen. Verschnaufpausen dürfte es also kaum geben im Derby.

Noch wilder könnten die 90 Minuten dadurch werden, dass Beierlorzer seine Mannschaft anhand des Beispiels des Kölner Ausgleichstreffer in Freiburg, als Anthony Modeste eine Halbfeldflanke von Ellyes Skhiri einköpfte, dazu auffordert, dieses Stilmittel noch öfter zu wählen. "Wenn wir eine Chance haben, gezielt ins Zentrum reinzuspielen, zu flanken - und sei es auch aus dem Halbfeld - dann müssen wir es tun", fordert der FC-Trainer.

"Da müssen wir energisch dagegen gehen"

All diese taktischen Parameter sprechen für ein höchst intensives, hektisches, von Zweikämpfen geprägtes Spiel mit vielen Umschaltbewegungen. Zumal Beierlorzer ankündigt, ähnlich aggressiv und früh störend agieren zu wollen wie bei der erst in der Schlussphase eingehandelten 1:3-Niederlage gegen den BVB. "Die Art und Weise, wie wir gegen Dortmund unterwegs waren, kann auch ein Ansatz sein, wie wir es gegen Gladbach machen müssen", sagt der 51-Jährige und betont in Bezug auf die Gladbacher Physis und Dynamik, "da müssen wir energisch dagegen gehen, so ähnlich wie wir es gegen Dortmund gemacht haben, diese Mentalität auf den Platz bringen."

"Wir müssen schon kühlen Kopf bewahren"

Gepflegter Kombinationsfußball mit langen Passpassagen ist eher nicht zu erwarten. Zumal ja auch noch der Faktor Derby zusätzliche Hektik und damit auch hochkochende Emotionen in die Partie bringen wird. Doch genau davor warnt Beierlorzer seine Profis. "Wir wissen um die Brisanz, aber wir dürfen uns nicht von den Emotionen verwirren lassen. Wir müssen schon kühlen Kopf bewahren", weiß er und fordert: "Wir müssen unsere Stärken auf den Platz bringen und nicht in einem Derby-Wahn Dinge tun, die uns nicht weiterhelfen."

Cordoba an Bord: "Er ist topfit"

Weiterhelfen kann dem FC im Derby auch Jhon Cordoba, der nach seiner gegen den BVB erlittenen Oberschenkelverletzung am Montag wieder ins Mannschaftstraining einstieg und völlig hergestellt ist. Auch der bullige und extrem schnelle Angreifer wird für zusätzliches Feuer sorgen. Schließlich gab es für den auch mal hitzköpfigen Kolumbianer schon bei seiner ersten Einheit nach der Verletzung kein selbstauferlegtes Limit. "Bei Jhon ist es unheimlich schwierig, dass er langsam einsteigt. Wir mussten ihn wirklich zügeln. Wer das erste Training am Montag beobachten konnte, hat gesehen, dass er sofort wieder voll losgelegt hat. Aber es ist alles gut. Er ist topfit." Und damit noch ein Faktor dafür, dass das Derby ein besonders heißes Spiel werden dürfte.

Stephan von Nocks

kicker.tv Hintergrund

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