Wahl am 15. Dezember

Buchwald kandidiert als VfB-Präsident: "Ich bin bereit"

Guido Buchwald

Will beim VfB Stuttgart wieder Verantwortung übernehmen: Guido Buchwald. picture alliance

Während Klubikone Jürgen Klinsmann dem VfB unlängst noch per Mail mitgeteilt hatte, dass er derzeit für kein Amt beim schwäbischen Traditionsverein zur Verfügung stehe, ließ Guido Buchwald am Donnerstag wissen, dass er sich am 15. Dezember für das Amt des Präsidenten zur Wahl stellen wird.

"Ich bin bereit, diese Verantwortung zu übernehmen"

"Ich stehe zu meinem Wort, dem VfB Stuttgart zu helfen, wenn er Hilfe benötigt. Ich bin bereit, diese Verantwortung zu übernehmen und mich den Mitgliedern, dem obersten Gremium des Vereins, in einer demokratischen und fairen Wahl zu stellen", teilte Buchwald in einer persönlichen Stellungnahme mit. "Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Fairness, Respekt und Ehrgeiz haben mich nicht nur als Spieler ausgezeichnet - diese Tugenden würde ich auch in den Mittelpunkt einer Präsidentschaft für alle VfB-Abteilungen, Mitglieder und Fans stellen, falls ich gewählt werde." Der VfB sei ein Sportverein und deshalb solle auch ein "Sportler" an der Spitze des Vereins stehen. Das ist als klare Kampfansage an seine Mitbewerber zu verstehen.

Am Sonntag läuft die Bewerbungsfrist ab. Der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer sowie der Unternehmer Claus Vogt waren bisher die einzigen, die sich beworben und das auch öffentlich bekannt gemacht hatten. Zudem denkt wohl auch Norbert E. Raif, ein Unternehmer aus Plochingen, über eine Kandidatur nach.

Wahl gilt nur für acht Monate

Von seinem künftigen Präsidenten erwartet sich der VfB unter anderem, dass "er sich sicher auf dem öffentlichen Parkett bewegen kann", wie es auf der Website heißt. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist wird der Vereinsbeirat zwei Kandidaten auswählen, die sich am 15. Dezember den Mitgliedern zur Wahl stellen. Die Wahl gilt allerdings nur für rund acht Monate, denn im August hätte die Amtszeit des zurückgetretenen Wolfgang Dietrich geendet, sodass sein Nachfolger also schon nach kurzer Zeit im Amt bestätigt werden müsste.

Was die Popularität unter den Stuttgarter Fans angeht, ist Buchwald den anderen Bewerbern gegenüber klarer Punktsieger. Hinter den Kulissen dürfte der Weltmeister von 1990 längst ausgelotet haben, wer ihn auf seinem Weg unterstützen wird. Denn die Beziehung zwischen Buchwald und dem VfB ist derzeit nicht ganz unkompliziert. Erst vor wenigen Monaten war der 58-Jährige nach einem heftigen Streit mit dem ebenso mächtigen wie umstrittenen Aufsichtsratsvize Wilfried Porth aus dem Kontrollgremium zurückgetreten.

Nach seiner Spielerkarriere begann Buchwald zunächst ausgerechnet als Sportdirektor beim Erzrivalen Karlsruher SC. Es folgte eine Station beim Stadtrivalen Stuttgarter Kickers. Anschließend arbeitete er als Trainer in Japan, bei Alemannia Aachen, wieder für die Kickers und ab 2015 schließlich als VfB-Scout und später Aufsichtsratmitglied.

tru/gem