Freiburg: Verkaufskandidat empfiehlt sich durch Tore und gute Fitness

Neue Chance für Ravet?

Empfiehlt sich mit Toren und guter Fitness: Freiburgs Yoric Ravet.

Empfiehlt sich mit Toren und guter Fitness: Freiburgs Yoric Ravet. imago images

Der Vertrauensvorschuss war nicht klein. Etwa 3,5 Millionen Euro überwies der Sport-Club Ende August 2017 an Young Boys Bern, um Yoric Ravet loszueisen. Der Franzose sollte unter anderem den damaligen Weggang von Vincenzo Grifo nach Gladbach kompensieren.

Aus unterschiedlichen Gründen (Rotsperre, etliche Verletzungen, Formschschwäche) kam der inzwischen 29-Jährige in 19 Monaten in Freiburg jedoch nur auf 14 Einsätze in der Bundesliga, drei im DFB-Pokal und zwei in der Regionalliga-Mannschaft. Anfang Februar dieses Jahres wurde er deshalb für die Rückrunde zu Grasshoppers Zürich verliehen. Anders als geplant erlebte Ravet allerdings auch dort keine aufbauende Zeit. Persönliche Leistungsschwankungen und der bittere Abstieg aus der ersten Schweizer Liga bleiben unterm Strich stehen.

Vor diesem Hintergrund sollte Ravet im Sommer den SC endgültig verlassen - wie die aktuell verletzten Außenbahn-Kollegen Marco Terrazzino (Aufbautraining nach Innenbandriss im Knie) und Florian Kath (muskuläre Probleme). Es fand sich jedoch für keinen aus dem für viele abgeschriebenen Trio keine passende Lösung. Vergangene Woche machte dann Ravet überraschend wieder von sich reden. In Abwesenheit der zehn SC-Nationalspieler traf der technisch versierte Offensivmann beim 4:2-Sieg im Testspiel gegen den Schweizer Zweitligisten Aarau doppelt. Hat Ravet nun trotz der nach der erneuten Rückkehr von Vincenzo Grifo zugespitzten Konkurrenzsituation auf den offensiven Außenbahnen wieder eine echte Chance auf Spielzeit?

"Yoric gibt Gas und unternimmt alles, um eine Alternative zu sein"

Ja, meint Klemens Hartenbach. Der Sportdirektor attestiert dem Rechtsfüßer eine exzellente Einstellung im Training und sehr gute Fitnesswerte. Das war nicht immer so. "Yoric gibt Gas und unternimmt alles, um eine Alternative zu sein", sagt Hartenbach. Das Trainerteam um Christian Streich habe das sehr wohl registriert.

Spannend, ob Ravet etwa am Sonntag in Hoffenheim, wenn Grifo vertragsbedingt nicht mitspielen darf, tatsächlich wieder im 20er Kader auftaucht. Es wäre eine Überraschung - bei allem Engagement des Franzosen.

Carsten Schröter-Lorenz

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