Torhüter steht zu seinen Fehlern

Mathenia: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken"

War zuletzt nicht immer ein sicherer Rückhalt: FCN-Keeper Christian Mathenia.

War zuletzt nicht immer ein sicherer Rückhalt: FCN-Keeper Christian Mathenia. imago images

Privat könnte das Glück Christian Mathenias derzeit nicht größer sein, Tochter Ilvy kam vor gut einem Monat auf die Welt. Sportlich lief es für den Club-Torhüter dagegen nicht ganz so rosig. Nach seinem starken Saisonstart beim 1:0-Sieg bei Dynamo Dresden sah er bei zwei Freistoßgegentoren gegen den HSV und beim SV Sandhausen nicht gut aus, ebenso bei einem Treffer beim 2:2 gegen Heidenheim. "Es ist eine Phase, in der nicht alles glatt läuft, aber auch nicht alles schlecht ist", sieht er seine Leistungen nicht zu negativ. Zu den Fehlern steht Mathenia, er hält der Kritik aber auch gut abgewehrte Bälle entgegen, wie zum Beispiel im Eins-gegen-eins-Duell gegen Heidenheim.

In der Abstiegssaison war Mathenia ohne Zweifel der beste und beständigste Nürnberger Profi, allerdings wurde er auch viel mehr geprüft als nun eine Liga tiefer. Mit dieser veränderten Situation hat er sich bereits im Sommer intensiv beschäftigt. "In der 2. Liga kommen weniger Bälle, da muss man auf den Punkt da sein. Aber ich war da gewappnet", erzählt er.

"Man muss uns Zeit eingestehen"

Sieben Punkte aus den ersten fünf Partien sind ausbaufähig, Mathenia bittet dabei um Geduld. "Die Fehler passieren aufgrund des Umbruchs. Es ist nicht einfach, 13 neue Spieler gleichzeitig zu integrieren. Man muss uns Zeit eingestehen", appelliert er und sagt zugleich: "Vielleicht bin auch ich blauäugig reingegangen und habe gedacht, dass es schneller geht." Perspektivisch, daran lässt Mathenia keinen Zweifel, soll und muss der FCN zur Spitzengruppe der Liga gehören. "Unser Anspruch muss sein, im Konzert der Großen mitzumischen. Wir sind ein großer Verein und brauchen uns nicht zu verstecken." Den stark gestarteten HSV sieht der 27-Jährige im Moment aber als Nonplusultra der Liga.

Duell beim Ex-Klub

Am Sonntag kommt es für den Keeper zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. Zwei Jahre, von 2014 bis 2016, spielte er für Darmstadt, stieg mit den Lilien in die Bundesliga auf und hielt dort im ersten Jahr die Klasse. "Das Spiel ist speziell, ich hatte viele tolle Momente am Böllenfalltor und erinnere mich gern daran." Losen Kontakt pflegt er noch zu Kapitän Fabian Holland, die meisten anderen aktuellen Spieler kamen erst nach Mathenias Zeit zu 98. Zum Beispiel Marvin Mehlem. "Er ist ein spielstarker Zehner und kann ein Spiel aktiv an sich reißen, ihn muss man aus dem Spiel nehmen." Gelingt das nicht, kommt es auf Mathenia an. Nach drei Patzern ist er in der Bringschuld.

Frank Linkesch

Das sind die Neuzugänge der Zweitligisten