Innenverteidiger kämpft weiter ums Debüt

Fast-Nationalspieler Stark: "Ich bleibe dran, bis es funktioniert"

Niklas Stark

Bekam bei Löw noch keine Chance: Niklas Stark saß sechsmal auf der Bank. imago images

"Es war gut bei der Nationalmannschaft, es ist immer eine geile Zeit dort", sagte Stark am Mittwoch nach dem Vormittagstraining. "Ich bin glücklich über jede Erfahrung, die ich dort machen kann, und nehme auch diesmal viel mit." Andererseits bekannte der Innenverteidiger: "Ihr wisst, dass ich relativ ehrgeizig bin. Natürlich ist man etwas enttäuscht, wenn man ohne Einsatz zurückkehrt." Inzwischen zum dritten Mal - nach den Nominierungen für die Länderspiel-Sequenzen im März und im Juni. Sechs Spiele hat Stark mittlerweile im Kreis der Nationalmannschaft auf der Bank zugebracht, ohne debütieren zu dürfen. Länger ließ Bundestrainer Joachim Löw in seiner 13 Jahre währenden Amtszeit keinen neu nominierten Feldspieler zappeln. Unter den 101 Debütanten der Ära Löw musste kein Feldspieler außer Stark bislang überhaupt länger als zwei Spiele auf der Bank Platz nehmen, ehe er erstmals auflaufen durfte. Mit René Adler (sieben Spiele) wartete lediglich ein Torhüter länger aufs Premieren-Spiel; Bernd Leno, Tim Wiese und Kevin Trapp mussten sich jeweils fünf Partien lang gedulden.

Im Oktober gegen Argentinien?

Löw habe ihn diesmal nicht zur Seite genommen, berichtete Stark, sondern Co-Trainer Marcus Sorg: "Er hat mit mir gesprochen und gesagt, ich soll dranbleiben. Das werde ich tun, bis es funktioniert. Natürlich will ich auch spielen. Ich glaube auch immer noch, dass ich das schaffe - am besten schon gegen Messi und Argentinien." Beim Testländerspiel gegen Argentinien am 9. Oktober in Dortmund könnte es tatsächlich zum Debüt kommen - auf Messi wird Stark dann allerdings nicht treffen. Der aktuell verletzte Super-Star des FC Barcelona wurde wegen seines verbalen Rundumschlags bei der Copa America von Südamerikas Verband CONMEBOL für drei Monate bis Anfang November aus der Nationalmannschaft verbannt und musste zudem 45.000 Euro Geldstrafe zahlen. Nach seiner Roten Karte im Spiel um Platz drei der Copa America gegen Chile (2:1) im Juli hatte Messi gesagt: "Die Korruption und die Schiedsrichter haben es nicht zugelassen, dass wir bei der Show mitmachen. Die Copa ist ein abgekartetes Spiel für Brasilien."

Stark, der nach den EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande (2:4) und in Nordirland (2:0) am Dienstag nach Berlin zurückgekehrt war, hatte in Hamburg am Tag des Spiels gegen die Niederlande Besuch bekommen von seinem Vereins-Trainer Ante Covic - und war erfreut darüber: "Er war da, wir haben kurz gesprochen. Er hat mir nochmal ein Feedback gegeben und wollte mir zeigen, dass er bei mir ist und dass ich seinen Rückhalt habe."

Stark: "Wir müssen von der Mentalität ein anderes Gesicht zeigen"

Am Mittwoch richtete Stark seinen Blick bereits auf Herthas wichtiges Spiel am Samstag in Mainz: "Wir müssen kompakter stehen und die Zweikämpfe annehmen, nicht nur eins gegen eins, sondern mit Absicherung. Was uns letzte Saison stark gemacht hat, müssen wir jetzt wieder zeigen - und das Spielerische noch reinkriegen. Dann wird's auch was." Herthas Abwehrchef, wie alle Berliner vor knapp zwei Wochen auf Schalke (0:3) mit einer schwachen Vorstellung, kündigte an: "Wir haben uns was vorgenommen und gehen dahin, um drei Punkte mitzunehmen. Wir müssen von der Mentalität ein anderes Gesicht zeigen." Sein Eigentor auf Schalke, wo nicht nur Stark, sondern auch Innenverteidiger-Kollege Karim Rekik ins eigene Tor getroffen hatte, hat der 24-jährige Ex-Nürnberger abgehakt: "Ich bekam nette Nachrichten zugeschickt nach meinem Eigentor." Am Samstagabend, nach dem Spiel in Mainz, würde Stark gern wieder einige Nachrichten auf seinem Handy empfangen - diesmal allerdings Glückwünsche zum ersten Saisonsieg.

Steffen Rohr

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