Karlsruher SC empfängt den SV Sandhausen

"Etwas Besonderes": Badisches Derby im Wildpark

Alois Schwartz, Marco Thiede & Uwe Koschinat

Auf der Fußball-Bühne im Wildpark: Karlsruhes Alois Schwartz (l.) und Marco Thiede sowie Sandhausens Uwe Koschinat (r.). imago images

Das Spiel wird ein Wiedersehen mit alten Bekannten: KSC-Coach Alois Schwartz war zwischen 2013 und 2016 drei Jahre lang beim SVS auf der Trainerbank. "Ich hatte eine schöne und lehrreiche Zeit beim SVS", blickt Schwartz zurück. "Ich bin stolz darauf, was passiert ist und wie sich der Verein entwickelt hat. Dazu haben wir damals den Grundstein gelegt."

Auch die aktuellen Karlsruher Spieler Manuel Stiefler, Damian Roßbach, Daniel Gordon und Marco Thiede haben eine Vergangenheit am Hardtwald. "Das Spiel ist schon etwas Besonderes. Es ist die erste Partie gegen den SVS, seit ich von dort weggegangen bin", sagt Thiede vor dem Wiedersehen mit den Ex-Kollegen. "Ich habe noch einen sehr guten Draht nach Sandhausen. Dennoch wird die Freundschaft am Freitag ruhen. Wir wollen unbedingt die drei Punkte holen." Ähnliche Töne kommen auch aus dem anderen Lager: "Klar tauscht man sich da im Vorfeld aus, vielleicht wird auch noch die eine oder andere Wette abgeschlossen", plauderte SVS-Mittelfeldmann Denis Linsmayer aus dem Nähkästchen. "Nichtsdestotrotz werden wir am Freitag mindestens ein Tor mehr schießen als der KSC."

Karlsruhe ohne Roßbach, aber mit neuem System

Ex-Sandhäuser Roßbach wird im Derby allerdings sicher fehlen. Der Knöchel des Karlsruher Linksverteidigers ist wegen eines Außenbandrisses dick angeschwollen, was einen Einsatz am Wochenende unmöglich macht. Als Ersatz steht Dirk Carlson bereit, der während der Länderspielpause mit Luxemburgs Nationalmannschaft auf Tour war. Doch auch für die im Wildpark gebliebenen Spieler stand ein intensives Programm auf dem Plan. "Wir haben die Pause gut genutzt, an unserer Physis gearbeitet und zwei gute Testspiele absolviert", verrät Schwartz.

Nicht nur der Trainer hofft auf eine Trendwende. Karlsruhe hat zuletzt dreimal in Folge verloren und dabei neun Gegentore kassiert. Im Raum steht eine Systemumstellung, weg von der 4-4-2-Grundordnung. Denkbar ist ein 4-2-3-1-System, um das Zentrum zu stärken. Auch wurde ein 3-5-2 und 4-3-3 in den Testspielen während der Länderspielpause einstudiert.

Sandhausen stellt sich auf "körperbetontes" Derby ein

"Der KSC hat in den ersten Spielen seine DNA aus der Aufstiegssaison mit in die 2. Bundesliga genommen. Sie spielen nun aber mit drei Niederlagen im Gepäck gegen uns, die Anzahl der Gegentore ist ungewöhnlich", ist auch Sandhausens Trainer Uwe Koschinat aufgefallen. Seine Mannschaft strotz nach drei Siegen in Serie sowie keinem Gegentreffer in den letzten beiden Partien vor Selbstbewusstsein. Untätig blieb der SVS in der spielfreien Zeit deshalb aber nicht. Der Fokus lag darauf, "zu beobachten, welcher Spieler aus der zweiten Reihe sich gerade im Hinblick auf unsere Spielidee aufdrängt".

Immerhin gilt es, die Lücke zu füllen, die Mittelfeldspieler Philipp Förster nach seinem Abgang zum VfB Stuttgart hinterließ. "Als Ersatz für Förster kommen aus meiner Sicht positionsspezifisch zwei Spieler in Frage: Philip Türpitz und Julius Biada", zählt Koschinat auf. Auch Neuzugang Besar Halimi ist eine Option. "Besar ist ein sehr giftiger und zweikampfsuchender Spieler, der jederzeit dazu in der Lage ist, nach der Balleroberung den Weg nach vorne zu suchen", so der Gäste-Coach, der an einer passenden Derby-Strategie tüftelt: "Wir wissen nicht genau, mit welcher Spielstruktur der KSC in die Partie gehen wird, da sich aktuell Veränderungen andeuten. Wir stellen uns auf jeden Fall auf eine sehr körperbetonte Partie ein."

cru

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