FCB-Neuzugang über den Wechsel, die Einsätze bei den Profis und seine Ziele

Singh: "Ich liebe das Spiel, die Kombination, den Pass in die Tiefe"

Sarpreet Singh

Der erste Neuseeländer im Trikot des FC Bayern: Sarpreet Singh. imago images

In der vergangenen Saison spielte der Neuseeländer mit indischen Wurzeln noch in der australischen A-League vor wenigen tausend Zuschauern, im Sommer lief er im Trikot eines "der renommiertesten Vereine der Welt", wie er selbst sagt, beim Audi Cup in der Allianz Arena auf. Und das, obwohl er zunächst nur für die Amateure eingeplant war. Dass die Eingewöhnung enorm schnell von Statten ging, überraschte Singh selbst, wie er im Interview auf der Vereinswebsite erklärte: "Der Wechsel von der australischen Liga nach Deutschland war ein riesiger. Ich wollte mich erst einmal an das Spiel hier gewöhnen und einen Schritt nach dem anderen machen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell einfinde. Und dass ich dann auch noch nach so kurzer Zeit bei den Profis eine Chance bekomme, war natürlich nicht zu erwarten."

"Mit Weltstars auf dem Platz zu stehen, ist etwas ganz Besonderes"

Den Wechsel zum deutschen Rekordmeister habe der Offensivspieler aus Auckland als "große Chance" gesehen, in seiner Heimat habe jener Schritt sowie Singhs Einsätze für die Profis "für sehr viel Aufsehen gesorgt" und wurde als "etwas Besonderes" anerkannt. Auch in Deutschland wurde die Verpflichtung eines bis dato vollends unbekannten Spielers mit Verwunderung aufgenommen, schließlich werden junge Talente zumeist aus Ländern wie beispielsweise Brasilien in die Bundesliga gelotst, und nicht aus fußballerischen Entwicklungsländern wie Neuseeland, wo immer noch Rugby und Cricket das sportliche Interesse der breiten Bevölkerung dominieren.

Dennoch dürften viele "Kiwis" stolz sein, dass Landsmann Singh bereits an der Seite von namhaften Spielern wie Robert Lewandowski oder Thiago auflaufen durfte. Auch der 20-Jährige selbst meinte: "Mit Weltmeistern und Weltstars auf dem Platz zu stehen, ist natürlich etwas ganz Besonderes. Als junger Spieler lernst du in solchen Spielen und in jeder Trainingseinheit viel dazu. Es gibt mir Mut, weil es mir zeigt, dass ich dieses Niveau auch erreichen kann, wenn ich hart arbeite."

Lob von Kovac

In seinem Einsatz im Audi Cup gegen Champions-League-Finalist Tottenham Hotspur überzeugte Singh als Außenspieler und erhielt anschließend Lob von Cheftrainer Niko Kovac: "Er war sicher erst einmal für die zweite Mannschaft vorgesehen, ich betone das 'war'. Denn er hat auf der USA-Reise bewiesen, dass er bereits sehr viel weiter als viele Spieler der zweiten Mannschaft ist. Ich bin sehr zufrieden mit ihm und seiner Entwicklung." Zwar stand der Neuseeländer am ersten Bundesligaspieltag im Kader, ein Einsatz im deutschen Fußball-Oberhaus lässt jedoch noch auf sich warten.

Stattdessen absolvierte Singh die vergangenen drei Spiele der Münchener U 23 allesamt über die komplette Distanz und agierte im 4-2-3-1 unter Sebastian Hoeneß überwiegend auf Rechtsaußen (kicker-Durchschnittsnote 3,00). Seine Stärken sieht der Neuseeländer "im kreativen Bereich im offensiven Mittelfeld". Über seine Spielweise sagte der Offensivakteur: "Ich liebe das Spiel, die Kombination, den Pass in die Tiefe." Singh weiß zudem, dass er "sich als junger Spieler überall verbessern muss - und das jeden Tag". Deshalb absolviere er neben dem normalen Trainingsbetrieb zusätzlich Extra-Schichten.

"Step by Step"

Sowohl bei den Amateuren, als auch bei den Profis - schließlich fühle er sich "beiden Mannschaften zugehörig" - setzt sich der 20-Jährige klare Ziele: "Ich möchte helfen, dass wir mit der U 23 in der 3. Liga nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Und wenn es auch noch zu einem Bundesliga-Debüt kommen sollte, wäre das natürlich ein Traum. Aber: Step by step."

kon