Aurelio De Laurentiis äußert sich nach dem Ende des Transferfensters

Napoli-Präsident mit einer kleinen Spitze in Richtung Icardi

Aurelio De Laurentiis

Zeigt sich mit dem aktuellen Napoli-Kader zufrieden: SSC-Präsident Aurelio De Laurentiis. imago images

Es war verbrieft, dass der italienische Vize-Meister in diesem Transfersommer stark an einer Verpflichtung von Mauro Icardi interessiert war. Der 26-jährige Argentinier steht schließlich für Qualität (121 Treffer in 219 Serie-A-Spielen für Inter Mailand und Sampdoria Genua) und ist von den Nerazzurri aussortiert worden. Am Ende aber hatte Icardi innerhalb Italiens wohl einen Wechsel zu Juve bevorzugt - und weil dieser nicht zustande kam, zog es ihn per Leihe nach Frankreich zu Thomas Tuchel und Paris Saint-Germain.

Und die Neapolitaner? Sie behielten stattdessen den früheren Bundesliga-Spieler Arkadiusz Milik (Bayer 04 Leverkusen, FC Augsburg), zogen den vertragslosen Fernando Llorente (zuletzt Tottenham Hotspur) an Land und haben ja noch das gesetzte Dreigestirn Dries Mertens, Lorenzo Insigne und José Callejon.

Gegenüber dem "Corriere dello Sport" äußerte sich dazu nun Vereinspräsident Aurelio De Laurentiis und sagte, dass sein Klub mit Milik und Llorente besser dran sei.

Angebot ist an Inter gegangen - ohne Erfolg

Darüber hinaus gab "ADL" auch Einblicke, wie sehr er sich anfangs um einen Wechsel von Icardi bemüht hatte: "Ich habe Inter 60 Millionen Euro plus Boni angeboten, in Summe 65 Millionen Euro - und ich habe Wanda Nara (Partnerin und Beraterin des Spielers; Anm.d.Red.) ein großzügiges Salär für ihren Ehemann in Höhe von zwölf Millionen Euro angeboten."

De Laurentiis weiter: "Icardi ist nicht dumm - und vielleicht hatte er das Gefühl, dass er zu einem Team wie PSG eher gehen musste, wo er sich leichter als bei Napoli hervortun kann." Ein kleiner Seitenhieb lässt sich dabei durchaus erkennen, zumal der Präsident nochmals nachlegte: "Für ihn war das am Ende sicher die beste Wahl."

Fernando Llorente

Ihn wollte Napoli-Coach Carlo Ancelotti lieber als Mauro Icardi: Stürmer Fernando Llorente. imago images

Auf Llorente habe ihn schließlich sein Trainer hingewiesen: "Das war nicht meine Idee, sondern die von Ancelotti. Sicherlich hätte am Ende niemand Icardi abgelehnt, doch vom ersten Moment an hat sich Ancelotti eher für Llorente ausgesprochen. Er hat angemerkt, dass wir im Angriff sowieso schon bestens aufgestellt sind - und lieber einen Champion benötigen, der in den letzten 30 Minuten eines Spiels nochmals Räume schafft."

Außerdem sollen die Fans nicht vergessen, "dass Milik nach einer Zeit mit schlimmen Verletzungen im vergangenen Jahr erstmals richtig aufspielen konnte und direkt 20 Tore (in 47 Pflichtspielen; Anm.d.Red.) gemacht hat - und zwar ohne Elfmeter. Hätten wir ihn die auch noch schießen lassen, wäre er womöglich Top-Scorer geworden." Lange Rede, kurzer Sinn: Aurelio De Laurentiis ist zufrieden mit dem Kader und denkt, dass das Team ohne Icardi und mit dem Gespann Milik/Llorente besser aufgestellt ist.

Erst Samp, dann die Reds

Die erste Nagelprobe für die beiden könnte am kommenden Samstag (18 Uhr) anstehen, wenn es im San Paolo zum Duell mit Sampdoria Genua kommt - und die Partenopei ihr Konto (ein Sieg, eine Niederlage, 7:7 Tore) mit dem zweiten Dreier aufstocken wollen. Am Dienstag (21 Uhr) folgt schließlich der erste Auftritt auf der Champions-League-Bühne - und zwar gegen den amtierenden Titelträger FC Liverpool.

mag

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