Noch kein Profi-Pflichtspiel für den BVB

Balerdi feiert Nationalelf-Debüt für Argentinien

Leonardo Balerdi

In Dortmund noch ohne Einsatz: Leonardo Balerdi. imago images

Als Leonardo Balerdi Mitte Januar 2019 zu Borussia Dortmund wechselte, da war der Name des 20-Jährigen in Deutschland nur Südamerika-Experten ein Begriff. Der Innenverteidiger galt zuvor in seiner Heimat Argentinien als großer Hoffnungsträger, spielte für den Topklub Boca Juniors und weilte bei der WM 2018 als Sparringspartner von Superstar Lionel Messi und Co. in Russland. In Europa aber hatte er sich noch keinen Namen gemacht - und das gilt bis heute.

Neun Monate später wartet der 15,5-Millionen-Euro-Einkauf der Borussia noch immer auf seinen ersten Profi-Einsatz für den BVB. Lediglich in der Regionalliga West kam Balerdi bislang fünf Mal zum Einsatz (ein Treffer). Beim Bundesliga-Team von Trainer Lucien Favre langte es bislang nur zu zwei Kader-Nominierungen in der Liga und einem Bank-Platz in der Champions League.

Und doch hat es Balerdi am Dienstagabend zum A-Nationalspieler seiner Heimat gebracht. Beim 4:0-Erfolg über Mexiko in San Antonio (USA) wurde der Innenverteidiger, der zuvor sieben Mal in der argentinischen U 20 eingesetzt wurde, in der 83. Minute eingewechselt. Sollte Balerdi bei der nächsten Länderspiel-Periode im Oktober wieder nominiert werden, könnte es zu einem Kuriosum kommen: Am 9. Oktober trifft die argentinische Mannschaft nämlich auf Deutschland - in Dortmund. Sein Debüt im Signal Iduna Park könnte er also unter Umständen nicht für den BVB, sondern für Argentinien geben.

Kehl: "Er wird bei uns seine Chance bekommen"

"Wir freuen uns sehr, dass Leo in Argentiniens Nationalmannschaft sein Können unter Beweis stellen kann - und hoffen, dass es ihm einen Schub gibt", hatte BVB-Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl dem kicker im August gesagt, als sich die Nominierung des Youngsters abzeichnete. Ab Donnerstag wird er sich davon überzeugen können, ob dem tatsächlich so ist. Dann kehrt Balerdi in den Trainingsbetrieb der Schwarz-Gelben zurück.

Und vielleicht klappt es ja sogar vor dem Länderspiel im Oktober noch mit einem Einsatz für den BVB. Zuletzt zählte er zwar erneut wiederholt nicht zum Aufgebot, bei der Borussia attestieren sie ihm jedoch deutliche Fortschritte im Vergleich zu seinen ersten Monaten in Dortmund. Kehl jedenfalls ist sich sicher: "Er wird bei uns seine Chance bekommen."

Matthias Dersch

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