Dreierpacker Hack fühlt sich wohl bei seiner "Familie"

Kuntz erklärt ungewöhnlichen Aufstellungskniff

Sorgten für den erfolgreichen Auftakt: Robin Hack (li.) und Nico Schlotterbeck.

Sorgten für den erfolgreichen Auftakt: Robin Hack (li.) und Nico Schlotterbeck. imago images

Erst profitierte er von einem Sahnepass von Adrian Fein, dann von einem abgefälschten Schuss und schließlich von einem Torwartfehler. Trotzdem: Dreierpacker Hack bewies dreimal den richtigen Riecher, stand richtig, setzte sich durch und brachte Deutschland nach 29 Minuten mit 3:0 in Front. "Wir mussten geduldig aufbauen, dann haben wir die Lücken gezogen, sodass wir dann das 1:0 gemacht haben", erklärte der 21-Jährige den Führungshergang am Mikrofon von "Ran", ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

Kuntz tauschte sich über Hack aus

Aus der vergangenen Woche mit der neu zusammengewürfelten Auswahl zog Hack für sich persönlich Kraft für die Saison: "Hier eine Familie zu bilden, auf dem Platz Spaß zu haben und so zu performen, gibt uns allen viel Selbstvertrauen. So können wir mit breiter Brust zu den Vereinen zurückkehren."

Seit dieser Spielzeit läuft Hack für den 1. FC Nürnberg auf (5 Spiele, kicker-Notendurchschnitt 3,12). Dort agiert er als leicht eingerückter linker Flügelspieler. "Wir haben gesehen, wie er sich in Nürnberg bewegt, was dort seine Aufgaben sind", erklärte Kuntz nach dem Spiel. "Es gab auch einen Austausch mit Trainer und Sportdirektor, so haben wir ungefähr gewusst, wie wir ihn einsetzen sollten."

Etwas ungewöhnlich las sich auch die Aufstellung der defensiven Viererkette. Das Zentrum bildeten Luca Kilian (SC Paderborn) und Julian Chabot (Sampdoria Genua), die jeweils noch keine Einsatzminute in dieser Saison bei ihren Vereinen sammeln konnten. Auf den Außenverteidiger-Positionen agierten Nico Schlotterbeck (links, gelernter Innenverteidiger) und Ridle Baku (rechts, gelernter zentraler Mittelfeldspieler).

Legte zwei Treffer vor: Nico Schlotterbeck (re.), hier bei seiner Vorarbeit zum 3:0.

Legte zwei Treffer vor: Nico Schlotterbeck (re.), hier bei seiner Vorarbeit zum 3:0. imago images

Baku und Schlotterbeck fremdeln erfolgreich

Am furiosen ersten Durchgang hatten beide Akteure ihren Anteil. Den Führungstreffer initiierte Baku, das zweite Tor leitete Schlotterbeck ein. Tor drei und vier legte der Freiburger, der ständig den linken Flügel beackerte, sogar selbst vor. "Wenn man bedenkt, dass Spieler auf anderen Positionen gespielt haben als im Verein, speziell meine Abwehr, da muss ich sagen, das war echt klasse", fand Kuntz im Anschluss lobende Worte.

Den Erfolg ordnete Kuntz auch wegen des Wales-Sieges am Freitag gegen Belgien (1:0) hoch ein: "Wenn man das Belgien-Spiel mit einfließen lässt, ist das schon mehr als ein Auswärtssieg." Verantwortlich für den Erfolg macht er die "Klasse-Analyse" des Kontrahenten: "Wir hatten einen Matchplan, von dem die Jungs auch überzeugt waren." Der sah vor, das Zentrum des Feldes zu meiden, da die Waliser sich laut Kuntz auf eine enge Staffelung konzentrieren würden: "Also mussten wir über außen kommen und eine gewisse Körperlichkeit mitbringen." So fiel die Wahl auf Baku und Schlotterbeck - und die war augenscheinlich keine schlechte.

mxb