Nach Besuch beim Entwickler

'MoAuba': "Ich werde EA nie wieder haten"

MoNieWiederHaten: In Vancouver schaute 'MoAuba' bei EA vorbei.

MoNieWiederHaten: In Vancouver schaute 'MoAuba' bei EA vorbei. Twitter/MoAuba

Viele eSportler übten in der vergangenen FIFA-Saison Kritik am Spiel, den Entwicklern und Turnieren aus. Provokateure wie Kurt Fenech stachen dabei besonders hervor, doch selbst zurückhaltende Profis konnten nicht immer die Ruhe bewahren - vor allem wenn EA mit einem überraschenden Patch mal wieder für Furore sorgte.

Obwohl Mohammed 'MoAuba' Harkous nicht zu den lautstärksten Kritikern der Szene zählt, teilte auch der Ex-Bremer hin und wieder gegen EA aus. Mal ging es um Preisgelder, dann wieder um gewissen Mechaniken in FIFA. Zumindest mit Blick auf das Spiel, hat sich seine Sicht nun aber geändert. Nach seinem Besuch des EA Hauptquartiers in Vancouver sagte uns der amtierende Weltmeister im Interview: "Ich glaube, ich werde EA nie wieder haten, weil ich jetzt weiß, wie komplex das alles ist." In Kanada lernte Harkous mit ein paar anderen Profis die Arbeitsweise von EA kennen. Das erstaunte den eFootballer: "Die Entwickler kennenzulernen und sich zeigen zu lassen, wie sie arbeiten und wie komplex das ist, war sehr interessant. Wenn wir gesagt haben: Dribbling muss ein bisschen schneller sein. Dann haben die eine Milliarden Codes eingegeben, es verbesserte sich und wir fragten uns nur: Was hast du da gerade gemacht?"

FIFA-Profiversion by 'MoAuba' und Co.

Dass 'MoAuba' EA nie wieder hatet, bedeutet allerdings nicht, dass er keine Verbesserungsvorschläge für FIFA hat. Anhand der Profi-Wünsche entwarf EA eine eigene FIFA-Version, bei der kaum automatische Hilfen existieren und die volle Kontrolle beim Spieler lag. "Das war für uns ein megageiles Spiel", berichtet Harkous. Er weiß aber auch, dass EA diese Version kaum veröffentlichen kann: "Für Profis haben wir das sehr gut hingekriegt, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass das den Millionen anderen Spielern gefällt."

Christian Mittweg