Fans verhöhnen Schiedsrichter und NFL-Boss Roger Goodell

Falsche Zeit! Saints werden beinahe erneut um den Sieg gebracht

New Orleans Saints

Siegreich gegen die Houston Texans: die New Orleans Saints. Getty Images

Vergessen haben die Saints-Fans den Betrug noch lange nicht. Mit T-Shirts, die einen mit Clowns-Nase ausgestatteten NFL-Commissioner Roger Goodell zeigen, oder mit ganzen Referee-Outfits präsentierten sich große Teile der Anhängerschaft beim ersten Monday Night Game der neuen Regular Season in der Nacht von Montag auf Dienstag. Damit machten sie alle nochmals deutlich, dass eigentlich NO anstatt der Los Angeles Rams im Super Bowl 2019 gegen die New England Patriots hätten stehen müssen - und dass sie der bittere Pass-Interference-No-Call beim 23:26-Overtime-Krimi gegen L.A. Ende Januar noch immer richtig wurmt.

Die Liga jedenfalls hatte vor Wochen reagiert und eine neue Regel etabliert. Fortan dürfen die Trainer ihre Roten Flaggen auch bei vermeintlichen Interference-Strafen werfen und entsprechende Szenen via Videobeweis überprüfen lassen. So weit, so gut.

Brees schimpft: "So etwas darf nicht passieren"

Allerdings gab es kurz vor Ende der Halbzeit und kurz vor Ende dieses Spiels gegen Houston wieder heftige Pfeifkonzerte, erneut adressiert an das Gespann aus Unparteiischen. Und wieder hatten die Fans teilweise Recht.

Nicht aber deswegen: Als Star-Receiver Michael Thomas im vierten und letzten Viertel einen Pass von Star-Quarterback Drew Brees 16 Sekunden vor Ablauf der Uhr fing und im Feld landete, unterbrachen die Referees das Spiel. Sie wollten genau nachmessen, ob der Passempfänger ein neues First Down erreicht hatte. Das zog berechtigterweise einen Zehn-Sekunden-Abzug nach sich (nur das Abgeben des letzten Timeouts hätte das verhindern können).

Allerdings stahlen die Schiedsrichter dem Team von New Orleans kurz vor der Halbzeit (zweites Quarter) beim Stand von 3:14 bei der Vorbereitung auf den entscheidenden Spielzug und ebenfalls nach einem Catch von Thomas (17 Yards) wichtige 15 (!) Sekunden von der Uhr - anstatt 41 hatten Brees & Co. nur 26 Sekunden Zeit, zumal ebenfalls berechtigterweise zehn Sekunden abgezogen wurden. Kicker Will Lutz musste in höchster Not anrücken und verschoss aus 56 Yards.

Fans der New Orleans Saints

Wütend auf die Schiedsrichter und auf den verhöhnten NFL-Boss Roger Goodell: Fans der New Orleans Saints. Getty Images

"So etwas darf nicht passieren", schimpfte Star-Quarterback Brees hinterher. "Ich meine, das ist spielentscheidend, oder nicht? Wir müssen letztlich einen 56-Yarder oder was auch immer es war kicken. Wenn wir 15 Sekunden mehr gehabt hätten, kommen wir näher heran. Deswegen noch einmal: Das darf nicht passieren." Der in New York sitzende Al Riveron (NFL senior vice president of officiating) gab den Fauxpas vor der Pause auch indirekt zu, indem er mitteilte, sein Gespann hätte die Zeit "versehentlich auf 26 anstatt der eigentlich 41 Sekunden" gesetzt und dass das eigentlich hätte auffallen müssen. New Orleans' Head Coach Sean Payton verstand derweil überhaupt nicht, was das Ganze sollte. Er gab nur wortkarge Antworten darauf bezogen ab - und war etwas genervt.

Kicker Lutz hat Nerven aus Drahtseilen

Am Ende hielt sich der Frust in jedem Fall in Grenzen, weil die Saints das richtig enge Duell mit Houston 30:28 gewannen. Warum? Weil Kicker Lutz nochmals in höchster Not antrat und via Field-Goal-Treffer aus 58 Yards (persönlicher Rekord) die Nerven behielt - und zwar ganze zwei (!) Sekunden vor Schluss. Zwei Sekunden, die das Team aus "The Big Easy" sichern konnte mit der aufgehobenen Auszeit bei der Szene im vierten Viertel.

mag

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Spektakel in New Orleans: Zwei Sekunden vor Schluss entscheidet 58-Yards-Fieldgoal

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