Konkurrenzkampf mit Ujah und Polter

Unions Andersson: England? "Nicht wirklich eine Option"

Sebastian Andersson

Möchte mit Union Bundesliga spielen: Schwedens Nationalspieler Sebastian Andersson. imago images

Im EM-Qualifikationsspiel auf den Färöer (4:0) hatte Andersson am vergangenen Donnerstag noch 90 Minuten auf der schwedischen Bank gesessen. Am Sonntag durfte er dann in der Schlussphase der Partie gegen Norwegen (1:1) etwa eine Viertelstunde ran. "Okay" sei das gewesen, meinte der Schwede. Also besser als gar nichts - das lässt sich auch über den Punktgewinn gegen den Nachbarn sagen. "Es wäre kein Spaß, wenn sich Norwegen für die EM qualifiziert und wir nicht", sagte Andersson am Dienstag in Berlin.

Anderssons Gefallen für Forsberg

Danach sieht es derzeit nicht aus. Schweden liegt als Gruppenzweiter sieben Punkte hinter Spanien und zwei Punkte vor den viertplatzierten Norwegern. Für den Ausgleich gegen das Nachbarland hatte übrigens der Leipziger Emil Forsberg gesorgt. Dem hatte Union-Profi Andersson zuletzt nicht nur mit dem 0:4 am ersten Bundesligaspieltag gegen RB eine Freude bereitet, sondern insbesondere auch vor der Länderspielpause mit dem 3:1-Erfolg über Borussia Dortmund. "Emil war zufrieden. Durch unseren Sieg sind sie Tabellenführer in der Bundesliga", berichtete Andersson.

Während Forsberg mit 46 Einsätzen für Schweden etablierter Nationalspieler ist, muss sich Andersson diesen Status erst noch erarbeiten. Bislang bringt es der Berliner, der im Sommer 2018 Jahr aus Kaiserslautern nach Köpenick kam, erst auf sechs Einsätze. Helfen soll ihm bei der Verbesserung dieser Bilanz auch der Aufstieg mit den Eisernen in die Bundesliga. "Wenn du in der 1. Liga spielst und es gut machst, stehen deine Chancen besser", sagte Andersson.

Guter Saisonstart - Tor und Vorlage gegen Dortmund

Die nächste Gelegenheit, Eigenwerbung zu betreiben, bietet sich am Samstag gegen Werder Bremen (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Ob er allerdings gegen die Hanseaten wieder zur Startformation gehört, konnte Andersson am Dienstag noch nicht absehen. In den vier bisherigen Pflichtspielen der Saison durfte er dreimal von Beginn an ran. Zuletzt beim 3:1 gegen den BVB machte er seine Sache als Teil der Doppelspitze mit Anthony Ujah gut, steuerte ein Tor und eine Vorlage zum Coup bei. Zuvor hatte er beim 1:1 in Augsburg als Joker den Ausgleich besorgt.

Vier Spiele, insgesamt drei Tore und eine Vorlage - kein schlechtes Arbeitszeugnis. Andersson aber ist sich seiner Sache nicht so sicher. "Ich dachte auch, ich wäre gegen Augsburg die Nummer 1, dann war ich aber nur die Nummer 3. Es ist schwer zu sagen", meinte der Angreifer, der mit Ujah und Sebastian Polter das Mittelstürmer-Trio im Kader des Bundesliga-Neulings bildet.

Der spielerisch Beste dieser drei zentralen Stürmer hätte es sich im Sommer leicht(er) machen können. Angebote unter anderem aus der zweiten englischen Liga lagen vor. Ein Wechsel auf die Insel sei aber "nicht wirklich eine Option" gewesen. "Ich mag es hier, ich bin ja auch erst seit einem Jahr bei Union. Außerdem spiele ich jetzt hier in der Bundesliga", sagte Andersson, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft.

Jan Reinold