Bremen: "Ich sehe die Situation nicht als dramatisch an"

Füllkrugs Rezept: Einfach anpacken

Verbreitet selbstsichere Lockerheit: Werder Bremens Rückkehrer Niclas Füllkrug.

Verbreitet selbstsichere Lockerheit: Werder Bremens Rückkehrer Niclas Füllkrug. picture alliance

"Bis jetzt hatte ich noch bei keinem anderen Verein so einen guten Start wie hier mit gleich zwei Scorerpunkten", lächelte Füllkrug am Dienstag im Rahmen einer Medienrunde. "Allerdings bin ich sonst auch immer erst gegen Ende der Transferperiode gewechselt." Diesmal stand seine Rückkehr aus Hannover an die Weser schon vor Ende der vergangenen Saison fest.

Begleitet wurde die Ablöse-Investition über 6,3 Millionen Euro von reichlich Skepsis. Schließlich war Füllkrug gerade erst von einem dritten Knorpelschaden im Knie genesen. Es folgte eine Vorbereitung, "in der wir alle zusammen richtig gut gearbeitet haben", stellt der Profi nun fest.

"Ich bin sehr zufrieden, auf welchem Level ich jetzt bin"

Die eigenen Partien schaut sich Füllkrug am Abend des Spieltags stets noch einmal in voller Länge an, "meistens im Bett". Übers 3:2 gegen Augsburg urteilt er: "Ich war agil, hatte viele Aktionen, letztlich hat sich jeder Lauf in den Strafraum gelohnt. Auch beim 3:2 war wichtig, dass ich auf den kurzen Pfosten gegangen bin, damit Yuya (Osako, Anmerkung der Redaktion) das Tor machen konnte." Generell streicht Füllkrug heraus: "Ich bin sehr zufrieden, auf welchem Level ich jetzt bin. Ich würde sagen, die Muskulatur ist jetzt stärker als vor der Verletzung, weil ich durchgehend so intensiv im Kraftraum arbeite, teilweise im maximalen Bereich. Das tut mir sehr gut."

Lob an Werders Fitness- und Rehaabteilung

Eine Bestandsaufnahme, die der athletische Stürmer mit großem Lob an Werders Fitness- und Rehatrainer verknüpft: "Ich bin hier in besten Händen. Ich wusste, dass ich Leute brauche, die sich auskennen." Auch deshalb sei seine Entscheidung für Werder gefallen. Gewiss Balsam auf die Seele der zuständigen Abteilung, die angesichts der ellenlangen Ausfallliste zuletzt von außen zwangsläufig unter besondere Beobachtung geriet.

Die Verletztenmisere, erklärt derweil Füllkrug, sei für ihn zwar "ein Thema, weil wir eine Mannschaft sind, in der jeder den anderen gernhat und den anderen auch gerne auf dem Platz hat". Aber: "Ich sehe die Situation nicht als dramatisch an, weil wir viele richtig gute Spieler haben. Am Wochenende wird wieder ein anderer ein Top-Spiel machen, da bin ich sicher. Ich habe ja schon kürzlich darauf hingewiesen: Yuya Osakos Aufschwung zum Beispiel ist daraus entstanden, dass Max Kruse weg ist."

Füllkrug, so scheint es, will einfach nur anpacken statt zu grübeln oder zu hadern. In der nach wie vor schwierigen Bremer Lage gewiss nicht das schlechteste Rezept.

Thiemo Müller

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