DEL-Vorschau 2019/20: Die Titel-Favoriten

München: Schlägt das Imperium zurück?

Konrad Abeltshauser

Will den Pokal zurück nach München holen: EHC-Verteidiger Konrad Abeltshauser. imago images

Mit drei Meisterschaften in Folge baute München im deutschen Eishockey ein regelrechtes Imperium auf. Auch 2019 fehlte nicht viel zum erneuten Triumph, doch nach einer langen Saison, die in der Champions Hockey League gar bis ins Endspiel führte (1:3 gegen die Frölunda Indians), ging dem EHC kurz vor Schluss die Luft aus. Nach dem kräftezehrenden Halbfinale gegen die Augsburger Panther (4:3) wurde das Finale gegen die Adler Mannheim verloren (1:4). Schlägt das Imperium jetzt zurück?

Zu- & Abgänge

Mit Kapitän Michael Wolf sowie den beiden Importspielern John Mitchell und Matt Stajan beendeten gleich drei erfahrene Stützen ihre Karriere. Zudem verließen die Verteidiger Derek Joslin und Ryan Button sowie Stürmer Tobias Eder den Verein. Andreas Eder wurde bis November an die Nürnberg Ice Tigers ausgeliehen.

In der Defensive stockten die Roten Bullen mit Blake Parlett (30, Kunlun Red Star, KHL) und dem frisch gebackenen AHL-Meister Bobby Sanguinetti (31, Charlotte Checkers) auf. Der Königstransfer war Stürmer Derek Roy (36, Linköping, SHL), der mit der Empfehlung aus 738 NHL-Spielen (524 Punkte) aus Schweden kommt. Neu in der bayerischen Landeshauptstadt sind zudem Chris Bourque (33, Bridgeport Sound Tigers, AHL) und Philip Gogulla (32, Düsseldorfer EG), die ebenfalls jede Menge Erfahrung mitbringen.

Nachwuchs: Zwei Talente drängen ins Team

Für frisches Blut sorgen zwei Ausnahme-Talente, die in der kommenden Saison in der DEL einschlagen könnten: Die Stürmer John-Jason Peterka (17) sowie Justin Schütz (19). Der gebürtige Kasseler Schütz wurde bereits 2018 von den Florida Panthers gedraftet (6. Runde, 170. Stelle) und eroberte sich mit Einsatz, Athletik und Zug zum Tor einen Kaderplatz beim EHC. Dem steht der gebürtige Münchner Peterka in nichts nach. Der technisch versierte Angreifer dürfte im NHL-Draft 2020 früh ausgewählt werden.

Stärken & Schwächen

Eine spannende Frage in München wird sein, wer das Vakuum füllt, das Wolf hinterlässt. Mit Yannic Seidenberg (35), Konrad Abeltshauser (27), Patrick Hager (31) und Frank Mauer (31) gibt es alleine auf dem deutschen Sektor genug Führungsspieler. Spielerische Schwächen sind dagegen kaum auszumachen. Vielmehr geht der EHC mit einem tief besetzten Kader an den Start, um auf Verletzungen adäquat reagieren zu können. Auch in der Spitze sind die Roten Bullen sehr gut besetzt. Die Ausländer-Lizenzen Keith Aulie, Trevor Parks, Mark Voakes und Jason Jaffray halten zusätzlich zu den Einkäufen die Qualität hoch. Dazu kommen eine Reihe an deutschen Nationalspielern wie Danny aus den Birken, Daryl Boyle, Abeltshauser, Seidenberg, Yasin Ehliz und Hager. Mit 15,5 Millionen steht der zweithöchste DEL-Etat (nach den Adlern mit 16,0 Mio.) zur Verfügung.

Der Trainer

Don Jackson ist ein Meister-Macher: Der 63-jährige US-Amerikaner wurde zwischen 2005 und 2019 in 14 Jahren neunmal DEL-Champion! Nicht umsonst zählt der erfahrene Coach zusammen mit Mannheims Pavel Gross zu den besten Trainern der Liga.

Ausblick

München zählt auch 2019/20 zwingend wieder zum Favoritenkreis und zusammen mit den Adlern zu den beiden Top-Teams, die gefühlt in einer eigenen Liga spielen. Wird das Imperium zurückschlagen? Der Weg zum Titel führt wohl erneut über Mannheim.

kicker-Tipp

Der EHC München wird zum fünften Mal in Serie ins DEL-Finale einziehen - aber auch zum zweiten Mal in Folge Vize-Meister werden.

Lesen Sie dazu auch: Die 14 Meister-Tipps der DEL-Klubs

Christian Rupp