EM-Qualifikation, 6. Spieltag: Kroatien patzt in Aserbaidschan

Oranje feiert Schützenfest - Slowenien übertrumpft Österreich

Robert Lewandowski

Hartes Duell: Robert Lewandowski im Zweikampf mit Österreichs Aleksandar Dragovic (2.v.r.). imago images

Österreich ungefährlich - trotz klarer Feldvorteile

Gipfeltreffen in Warschau: Tabellenführer Polen bat die zuletzt so formstarken Österreicher zum Tanz. Nach drei Siegen und 11:1 Toren startete Team Austria dann auch recht forsch und war um Spielkontrolle bemüht, kam gegen auf Konter lauernde Gastgeber letztlich aber trotz klarer Feldvorteile und vielversprechender Möglichkeiten nicht zur Geltung. Weil es auch den Polen um Stürmerstar Lewandowski an Kaltschnäuzigkeit mangelte, entwickelte sich ein unterhaltsames, zugleich aber auch torarmes Duell, das letztlich 0:0 endete.

Zähe Kost war zunächst im Verfolgerduell zwischen Slowenien und Israel geboten, ehe Verbic für die Drachen kurz vor der Halbzeit traf und zugleich eine Achterbahnfahrt einläutete: Denn zunächst kamen die Israelis in Person von Natcho nach 50 Minuten und einem Eckball zum 1:1-Ausgleich (Sloweniens Keeper Oblak sah nicht wirklich gut aus), ehe Zahavi kurz darauf per Traumtor aus rund 22 Metern den Spieß gar umdrehte (62.). Doch Bezjak antwortete alsbald und machte die Partie wieder offen - 2:2 (66.). Als dann Verbic in der 90. Minute seinen Doppelpack schnürte und Slowenien den 3:2-Sieg bescherte, war der Abend aus Sicht der Gastgeber rundum perfekt.

Nordmazedonien entschied derweil das Kräftemessen der Tabellenletzten in Lettland dank Treffer von Pandev (14.) und Bardhi (17.) mit 2:0 zu seinen Gunsten und befindet sich mit acht Punkten auf der Habenseite wieder in Schlagweite zu Platz zwei. Diesen belegt inzwischen Slowenien (11) vor Österreich (10) und Israel (8).

Weichensteller Halstenberg - Doppelpacker Babel

Für Deutschland ging es nach der bitteren 2:4-Heimniederlage gegen die Niederlande in Nordirland um Wiedergutmachung. Doch das DFB-Team tat sich in Belfast schwer, hatte vor allem in Durchgang eins mit den frechen Nordiren seine liebe Mühe und musste die eine oder andere brenzlige Situation überstehen (Washington, 45.), ehe Halstenberg nach Wiederanpfiff den Bann brach (48.). Danach blieb es ein Spiel mit zahlreichen, teils hochklassigen Chancen auf beiden Seiten, doch letztlich reichte es aus deutscher Sicht zu drei Punkten - Gnabry traf in der Nachspielzeit zum 2:0-Sieg (90.+3). Nordirland musste in der laufenden Quali erstmals Federn lassen.

Ryan Babel

Führte Oranje zum Sieg: Ryan Babel. imago images

Oranje war ebenfalls gefordert - und kam bei Außenseiter Estland zu einem ungefährdeten 4:0-Sieg: Babel schnürte einen Doppelpack (17.; 47.), Depay versüßte seinen 50. Einsatz in der Elftal mit einem Treffer (76.) und Wijnaldum besorgte den Endstand (87.).

Belgien bewahrt weiße Weste

In Gruppe I führt kein Weg an Belgien vorbei. Die Roten Teufel feierten in Schottland den sechsten Sieg im sechsten Spiel - und ließen diesen auch noch recht deutlich ausfallen. Lukaku nach Konter (9.) sowie Vermaelen (24.) und Alderweireld (32.) - jeweils nach Ecke - sorgten noch in Hälfte eins für klare Verhältnisse, während De Bruyne kurz vor Schluss den 4:0-Endstand markierte (82.).

Hinter dem WM-Dritten tobt ein Kampf um Platz zwei - und in diesem hat Russland derzeit die besten Karten. Die Sbornaja tat sich zu Hause aber gegen Kasachstan immens schwer und kam erst spät zum 1:0-Arbeitssieg. Rechtsverteidiger Mario Fernandes war der Matchwinner (89.).

Keine Mühe hatte Zypern, das mit 4:0 in San Marino gewann und so als Dritter den Anschluss an die vorderen Plätze halbwegs hielt. Der Rückstand auf Russland beträgt aber schon satte acht Zähler.

Kroatien patzt - Nachbarschaftsduell in Ungarn

Nur ein Punkt in Aserbaidschan: Luka Modric (r.) und Kroatien.

Nur ein Punkt in Aserbaidschan: Luka Modric (r.) und Kroatien. imago images

Gruppe E hatte ein Nachbarschaftsduell zu bieten: Die Slowakei stattete Ungarn einen Besuch ab und erwies sich schlussendlich als "undankbarer" Gast. Der ehemalige Bundesligaspieler Mak (77 BL-Spiele für den 1. FC Nürnberg) traf nach 40 Minuten per Direktabnahme zum 1:0 (40.). Die ungarische Antwort folgte nach dem Seitenwechsel - und die war recht sehenswert: Szoboszlai (RB Salzburg) schlenzte einen Freistoß gekonnt in die Maschen (50.). Die Freude darüber währte jedoch nicht lange, da Bozenik kurz darauf die Slowaken wieder in Front brachte - 2:1 (56.).

Durch den slowakischen Sieg erhöhte sich die Spannung in der Staffel nun immens, da die ersten drei Teams lediglich ein Punkt trennt. Denn am frühen Abend hatte sich Kroatien in Aserbaidschan blamiert. Der Vize-Weltmeister, der ohne Barça-Motor Rakitic auskommen musste, ging zwar durch einen von Modric verwandelten Handelfmeter in Führung (11.), schaltete anschließend aber zu stark in den Verwaltungsmodus und kassierte dafür die Quittung: Khalilzade schloss ein feines Solo gekonnt ab und bescherte dem krassen Außenseiter nicht nur den Treffer zum 1:1-Ausgleich, sondern auch den ersten Punkt in der laufenden Qualifikation. Die Kroaten bleiben aber dennoch mit zehn Zählern Spitzenreiter, haben aber nur einen knappen Vorsprung auf die Verfolger Ungarn und Slowakei (je 9).