Florentino Perez gab dem Druck nach

Klatsche beim Debüt: Reals Frauenteam verliert 1:9 gegen Barça

Einseitiges Duell: Auch Topspielerin Kosovare Asllani (li.) konnte die Pleite gegen Barça (mit Mariona Caldentei) nicht verhindern.

Einseitiges Duell: Auch Topspielerin Kosovare Asllani (li.) konnte die Pleite gegen Barça (mit Mariona Caldentei) nicht verhindern. imago images

Im ersten "Clasica", wie spanische Medien das Duell nannten, war Real vor 5413 Zuschauern chancenlos gegen das arrivierte Barcelona, obwohl Topspielerin Lieke Martens bei den Katalaninnen fehlte. Wobei: Noch heißt das Team gar nicht Real Madrid. Erst am kommenden Sonntag wird Präsident Florentino Perez seine Mitglieder entscheiden lassen, ob die Lizenz des CD Tacon gekauft werden soll, die Eingliederung gilt jedoch als Formsache. Die Spielerinnen trainieren bereits auf dem Vereinsgelände, auch das Trikot beinhaltet in den Rückennummern bereits das Vereinswappen Reals.

Tacon wurde erst 2014 gegründet. Vizepräsident des Klubs ist René Ramos, Bruder von Sergio Ramos. Viele vermuten, dass die Übernahme der Königlichen schon früh geplant war. Zum einen war der Druck auf Perez gewachsen, endlich ein Frauenteam zu integrieren, außerdem ist der Frauenfußball ein lukratives Geschäft und gewinnt in Spanien immer mehr an Bedeutung. Im März kamen beim Duell zwischen Atletico und Barça 60.739 Besucher ins Stadion - Weltrekord.

Real geht damit auch einen weltweiten Trend mit. Beinahe jedes namhafte Männer-Team stellt inzwischen eine - meist erfolgreiche - Frauenmannschaft, die Königlichen wollen auch bald oben mitmischen. Dafür wird auch investiert: Die beiden schwedischen WM-Dritten Sofia Jakobsson und Kosovare Asllani wechselten beispielsweise nach Madrid.

Kein Frauenfußball bei Schalke und dem BVB

Und in Deutschland? Hierzulande hinkt so mancher arrivierte Verein hinterher. So verzichten beispielsweise Borussia Dortmund und Schalke 04 auf eine Frauenfußball-Abteilung. Laut Informationen der "Welt", die bei beiden Klubs nachhakte, gebe es auch vorerst keine Überlegungen in die entsprechende Richtung.

las