Hannover: Testspieler aus Mali im Training

Stenderas großer Schritt: "Etwas Neues beginnen"

Will in Hannover wieder Spaß am Fußball haben: Marc Stendera.

Will in Hannover wieder Spaß am Fußball haben: Marc Stendera. imago images

Mit 17 Jahren feierte Marc Stendera im April 2013 sein Debüt in der Bundesliga gegen den FC Bayern München. Zwei Wochen später avancierte er beim 1:0-Sieg der Eintracht über Schalke als einziger Torschütze zum Matchwinner. In den Folgejahren war Stendera im zentralen Mittelfeld eine feste Größe, wurde aber immer wieder durch schwere Verletzungen zurückgeworfen und kam so auf lediglich 78 Bundesligaspiele in sieben Saisons.

Keine Perspektive in Frankfurt

In der vergangenen Spielzeit blieb der ehemalige U-21-Nationalspieler von einer weiteren Hiobsbotschaft verschont, konnte sich aber nicht gegen die prominente Konkurrenz auf seiner Position durchsetzen - und kam so auf nur sieben Bundesligaspiele als Joker. Dementsprechend schlecht stand es um Stenderas Zukunft bei den Adlerträgern.

Nun folgte der für ihn große Schritt. Heraus aus seiner Heimat, nach Hannover. "Es wurde einfach Zeit, auch mal aus meiner Komfortzone herauszukommen", erklärte er nun im Interview auf der Vereinswebsite der 96er. Es ist das erste Mal, dass der gebürtige Kasseler außerhalb von Hessen lebt. "Ich möchte in Hannover etwas Neues beginnen und wieder mehr Spaß am Fußballspielen haben", erklärt er seinen Tapetenwechsel.

Stendera will das fehlende Puzzleteil sein

Der ballsichere und spielstarke Achter sieht sich selbst in der Rolle des Spielorganisators: "Ich bin sicher nicht der Spieler, der 50 Meter durchsprintet. Ich habe meine Qualitäten am Ball und versuche, die Mitspieler einzusetzen oder selbst zum Abschluss zu kommen. Ich kontrolliere gern das Spiel."

Diese Fähigkeiten will Stendera in sein neues Team einbringen, um mit Hannover ein Wörtchen in Sachen Aufstieg mitzusprechen: "Ich möchte wieder mehr spielen und natürlich gesund bleiben. Und was die Mannschaft betrifft: Ich habe die bisherigen Spiele der Jungs verfolgt und gesehen, dass sie das nicht schlecht gemacht haben. Es hat aber noch ein bisschen etwas gefehlt."

Und was die Distanz zu seiner Heimat angeht? "Hannover liegt echt nicht so weit entfernt. Meine Eltern können mich also jederzeit besuchen. Auch das hat für diesen Wechsel gesprochen."

Innenverteidiger als Probespieler dabei

Das Transferfenster ist mittlerweile geschlossen, Neuverpflichtungen sind trotzdem noch möglich - etwa, wenn der Spieler keinen laufenden Vertrag besitzt. So der Fall bei Mamadou Kone. Der 22-jährige Malier befindet sich zurzeit im Probetraining bei Hannover. Zuvor testeten bereits der MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen den Innenverteidiger.

mxb