Braunschweig zwischen Gelassenheit und Ehrgeiz

Kobylanski: "Ich würde gerne nochmal ganz oben anklopfen"

Martin Kobylanski

Toptorschütze, Topscorer, Notenbester: Martin Kobylanski. imago images

Am 21. September 2013 debütierte der damals 19-Jährige in der Bundesliga, damals noch im Trikot des SV Werder Bremen. Es folgten sieben weitere Einsätze im deutschen Fußballoberhaus, in dem damals auch Eintracht Braunschweig noch vertreten war. Kobylanski, der jetzt - fast sechs Jahre später - für die Löwen in der 3. Liga aufläuft, blickte im Interview mit dem "Norddeutschen Rundfunk" stolz zurück: "Jeder Junge träumt davon, einmal in der Bundesliga zu spielen. Ich habe immer noch ein Strahlen im Gesicht, wenn ich an die Zeit zurückdenke. Die acht Spiele kann mir keiner mehr nehmen."

"Verlorenes Jahr" in Danzig - Toptorschütze in Münster

Dass der Deutsch-Pole keine weiteren Bundesliga-Einsätze zu verzeichnen hat, führt er unter anderem auf Viktor Skripnik zurück: Nach seiner Rückkehr von Union Berlin, für das er ein Jahr auf Leihbasis in der 2. Bundesliga spielte, plante der damalige Trainer nicht mehr mit dem Offensivakteur. "Koby" entschied sich daraufhin für einen Wechsel in die polnische Ekstraklasa, sein Engagement bei Lechia Danzig beschrieb er jedoch als "verlorenes Jahr".

Beim SC Preußen Münster fand er zurück in die Spur, war in der vergangenen Spielzeit sowohl Toptorschütze (12 Treffer) als auch Topscorer (19 Punkte) und zog damit auch das Interesse mehrerer höherklassigerer Vereine auf sich. Letztlich entschied er sich für den Ligakonkurrenten aus Niedersachsen, der hinsichtlich des Anspruchs, der Rahmenbedingungen und des Umfelds "eine ganz andere Hausnummer" als Münster sei.

"Bei uns herrscht eine große Gelassenheit"

Obwohl Braunschweig mit sechs Siegen und nur einer Niederlage stark in die Saison gestartet war und mit 18 Punkten aktuell auf Platz eins rangiert, sei der Aufstieg in der Mannschaft laut Kobylanski "kein Thema". Er erklärte: "Wir gehen mit der Tabellenführung sehr realistisch und cool um. Bei uns herrscht eine große Gelassenheit, und zugleich sind wir sehr ehrgeizig." Trotzdem musste auch der 25-Jährige einräumen, dass es "sicher kaum etwas Schöneres gibt, als mit der Mannschaft und den Fans den Aufstieg zu feiern", denn "sowas bleibt für das ganze Leben".

Der Offensivakteur ist sich sicher, dass bei der Eintracht - "wenn jeder daran glaubt" - langfristig etwas aufgebaut werden könne. Auch er persönlich habe große Ziele: "Ich würde gerne nochmal die Chance bekommen, ganz oben anzuklopfen. In der Nationalmannschaft, aber auch in der Bundesliga. Davon träume ich, da will ich wieder hin."

kon