Herthas Trainer über den Start, fehlende Stabilität und seine Ansätze

Covic: "Wir brauchen mehr Emotionen"

"Fußball ohne Ton macht mir keinen Spaß": Herthas Trainer Ante Covic. picture alliance

Covic will "wieder mehr Sicherheit und Stabilität reinkriegen: über einfache Dinge im Spiel gegen den Ball, über Zweikämpfe - ohne, dass das auf Kosten der Offensive geht."

Der Kroate, der im Juli auf den viereinhalb Jahre amtierenden Pal Dardai folgte, fordert von seiner Mannschaft mehr Kommunikation auf dem Platz: "Fußball ohne Ton macht mir keinen Spaß. Die Jungs müssen sich viel mehr helfen und gegenseitig coachen. Wir brauchen mehr Emotionen auf dem Platz."

Die Ursachen für die ernüchternden Ergebnisse gegen den VfL Wolfsburg (0:3) und bei Schalke 04 (0:3) liegen für den 44-Jährigen auf der Hand: "Wir machen zu viele banale Fehler. Die werden bestraft. Wir haben in manchen Phasen die grundlegenden Dinge vergessen. Kompaktheit, Laufbereitschaft, Wille sind die Basis. Daraus kannst du dann den zweiten Schritt machen: dominantes Spiel in eigenem Ballbesitz. Manche wollten zuletzt vielleicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen." Zudem fehle "im Moment vorne auch die Effektivität".

Covic stärkt Stark den Rücken

Seinen Abwehrchef Niklas Stark, der in den ersten Saisonspielen schwächelte und aktuell bei der deutschen Nationalmannschaft weilt, nimmt Covic ausdrücklich in Schutz - und vertraut ihm weiterhin: "Ich habe ihn am Freitag am Rande des Länderspiels gegen Holland in Hamburg getroffen - auch, um ihm zu signalisieren: Ich bin an deiner Seite, ich bin da. Wir brauchen Niklas. Wir werden diese Phase gemeinsam durchstehen."

In Mainz, wo der Vorletzte Hertha am Samstag beim aktuellen Schlusslicht antritt, will Covic "einen guten Mix aus Mentalität und Qualität auf dem Platz" sehen, "wir wissen, dass wir uns steigern müssen". Obwohl die Leistungskurve nach dem guten Auftritt am 1. Spieltag beim Meister FC Bayern (2:2) nach unten ging, spürt Herthas neuer Trainer "null komma null" Nervosität im Klub, der nach Platz 11 im Vorjahr in dieser Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz einlaufen möchte: "Alle im Verein sehen, wie wir arbeiten und dass wir einen Plan haben."

Covic: "Ich bin ich, ich bleibe ich"

Er selbst will sich auch in dieser ersten Mini-Krise nicht ändern. "Sich jetzt zu ändern, wäre das falsche Signal - und der größte Fehler, den man machen könnte", betont Covic im kicker-Interview. "Die Spieler würden das als Verunsicherung auslegen. Ich bin ich, ich bleibe ich. Und ich bin überzeugt von unserem Weg, unserer Ansprache und unseren Trainingsinhalten." Covics Prognose: "Ich bin sicher, dass wir in den nächsten Wochen ein anderes Gesicht zeigen werden - und mehr Kontinuität."

Steffen Rohr

kicker.tv Hintergrund

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