Der Stürmer kennt den Neuzugang bestens und kämpft selbst um Einsatzminuten

Köpke: Darum hilft Wolf Hertha

Pascal Köpke (links) und Hertha-Neuzugang Marius Wolf

Kennen sich aus gemeinsamen Tagen beim 1. FC Nürnberg: Pascal Köpke (links) und Hertha-Neuzugang Marius Wolf. imago images

Wolf, den die Berliner am letzten Tag der Sommer-Transferperiode für eine Saison von Borussia Dortmund ausgeliehen haben, und Köpke spielten einst fünf Jahre gemeinsam in der Jugend des 1. FC Nürnberg. "Der Kontakt ist seitdem nie abgerissen", sagt Köpke. "Wir haben später in München (als Köpke für die SpVgg Unterhaching spielte und Wolf für 1860; Anm.d.Red.) fast zusammen gewohnt und sind auch schon zusammen in den Urlaub gefahren."

Bevor Wolf Hertha zusagte, telefonierte er mit Köpke, der seinem Kumpel viel Positives berichtete: "Ich hab' ihm gesagt, dass er sich hier Spielpraxis holen kann, dass er im Vergleich zu Dortmund eine schönere Stadt hat, dass er gute Leute um sich hat und hier in Ruhe arbeiten kann. Da hat er, glaube ich, dann nicht lange überlegen müssen." Sportlich hält Köpke viel von Wolf, der bereits an den ersten Trainingstagen bei seinem neuen Klub in Spielformen und mit seinen Flanken überzeugte. "Marius läuft viel, ist schnell, hat eine gute Technik, geht hart in die Zweikämpfe, kann viele Positionen spielen und hat eine gute Mentalität", lobt Köpke den Allrounder. "Er ist einer, der einiges kann."

Köpke "will hier um seine Chance kämpfen"

Während Wolf, auf den Hertha eine Kaufoption in Höhe von 20 Millionen Euro hält, ziemlich schnell eine wichtige Rolle im Berliner Spiel einnehmen soll, muss Köpke um Einsatzminuten kämpfen. Der Sohn des früheren deutschen Nationaltorhüters und jetzigen Bundestorwarttrainers Andreas Köpke galt in diesem Sommer als Wechselkandidat. "Unser Bestreben war, noch den einen oder anderen Spieler abzugeben", sagt Manager Michael Preetz. "Im Fall von Pascal war es so, dass ihn das, was an Anfragen kam, nicht gereizt hat. Er will hier um seine Chance kämpfen."

Pascal Köpke

Hat sich im Sommer gegen einen Wechsel entschieden: Pascal Köpke. imago images

In seiner ersten Saison nach seinem Wechsel von Zweitligist Erzgebirge Aue in die Hauptstadt im Sommer 2018 kam Köpke auf sieben Bundesliga-Einsätze, allesamt Einwechslungen. Es war - vor allem - ein Jahr des Ankommens und Lernens. "Er hat sich selbst sicher das eine oder andere Spiel mehr gewünscht", sagt Preetz. "Und vielleicht hätte er das auch verdient gehabt aufgrund seiner Trainingsleistungen. Aber klar ist auch, dass der Konkurrenzkampf bei uns im Angriff nicht kleiner geworden ist."

Redan & Co. aktuell vor Köpke gelistet

In der Tat: Rekordeinkauf Dodi Lukebakio kann nicht nur auf den Flügeln, sondern auch zentral angreifen. Und Top-Talent Daishawn Redan, den Hertha vom FC Chelsea holte, hat in seinen Auftritten in der U 23 (vier Tore in zwei Regionalliga-Spielen) und phasenweise auch im Training und in Testspielen der Profis seine Begabung bereits angedeutet. Zuletzt zog Redan an Köpke vorbei. Der 18-jährige Niederländer gab gegen Wolfsburg (0:3), als er nach 70 Minuten eingewechselt wurde, sein Bundesliga-Debüt und stand auch auf Schalke (0:3) im 20er-Kader der Berliner. Köpke hingegen ist noch ohne Liga-Minute in der laufenden Saison und gehörte lediglich beim Auftakt in München (2:2) dem Hertha-Aufgebot an.

Nach einem persönlich eher zähen Start in die Vorbereitung sieht er sich indes längst wieder auf einem guten Weg: "In der Vorbereitung habe ich schon die ersten zwei Wochen gebraucht, um richtig reinzukommen. Für meine Spielweise ist es wichtig, dass ich fit und spritzig bin. Dann kann ich der Mannschaft helfen, das hat man auch gegen West Ham (3:5-Testspiel Ende Juli, Köpke traf zweimal; Anm.d.Red.) gesehen. Im Training läuft es die letzten Wochen richtig gut, ich gebe immer Gas."

Pascal Köpke

Will sich durchbeißen in Berlin: Pascal Köpke. imago images

Es gab Anfragen aus der 2. Liga, aber Köpke entschied sich gegen einen Wechsel: "Mit meinem Vater und meinem Berater habe ich mich im Sommer zusammengesetzt und darauf verständigt, dass ich bleibe, mich weiter zeige und auf meine Chance hinarbeite. Bei den Anfragen war nichts dabei, was mich zu 100 Prozent überzeugt hat, was unbedingt gepasst hat."

Köpke optimistisch: "Ich bleibe dran"

Deshalb ist er geblieben - und will sich weiter anbieten. Lukebakio, Redan, dazu Platzhirsch Vedad Ibisevic, der ehrgeizige Davie Selke und Salomon Kalou, der zwar zumeist über den Flügel kommt, aber bei zwei Spitzen auch in die Mitte rücken könnte - Köpke (Vertrag bis 2022) muss kämpfen und will das auch: "Es gab mit dem Trainer Gespräche. Ich bleibe dran, bis ich meine Chance bekomme. Ich glaube, irgendwann wird der Zeitpunkt dafür kommen."

In der 3. Liga zieren 23 Tore (in 50 Spielen) seine Bilanz, in der 2. Liga 20 Tore (in 71 Einsätzen). Auf sein erstes Tor in der Bundesliga wartet Pascal Köpke noch. Den Glauben daran, dass sich seine Geduld auszahlt, hat er noch nicht verloren.

Steffen Rohr

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