Green Bay freut sich über die Defense - und stellt Negativwert auf

Rodgers überreicht das Ei und gibt ein Versprechen ab

Aaron Rodgers

Hat überschaubar gespielt - und sich mit seiner Offense von der eigenen Abwehr zum Sieg tragen lassen: Aaron Rodgers. imago images

Das Positive vorneweg: Die Green Bay Packers haben das erste Spiel der neuen NFL-Spiel sowie zugleich ihr wohl schwierigstes Auswärtsspiel innerhalb der NFC North erfolgreich bestritten - und die eigene Bilanz im Duell der Erzrivalen mit Chicago ausgebaut. Fortan heißt es beim seit 1921 ausgetragenen Vergleich der traditionsreichen Football-Teams: 98 Siege Packers, 95 Siege Bears, sechs Unentschieden.

Das 10:3 im Soldier Field legte außerdem dar, dass die aufgemotzte Defense von Coordinator Mike Pettine das Zeug zu einer Top-Saison hat - wenngleich sie an diesem Abend in Bears-Quarterback Mitchell Trubisky auf keinen herausragenden Spielmacher traf und außerdem nur wenig Rushes zu stoppen hatte. Denn Chicago setzte trotz vielversprechender Akteure wie Tarik Cohen (kein Lauf), Cordarrelle Patterson (ein Lauf für minus zwei Yards), Rookie David Montgomery (sechs Läufe für 18 Yards) und Mike Davis (fünf Läufe für 19 Yards) nur auffällig selten auf das Mittel eines Rushes.

Ein guter Drive genügt "A-Rod" & Co.

Die offensive Einfallslosigkeit der Bears gepaart mit starken Packers-Abwehrleistungen von Linebacker Blake Martinez (sieben Tackles, ein Sack), Linebacker Preston Smith (1,5 Sacks), Linebacker Za'Darius Smith (ein Sack) und vor allem den früheren Bears-Safety Adrian Amos (Interception) sorgte zudem dafür, dass die mageren zehn Punkte einer überschaubaren Green-Bay-Offense zum Sieg genügten. Ein guter Drive, ein Touchdown-Pass von Rodgers, ein schöner Touchdown-Catch von Tight End Jimmy Graham und ein Field Goal von Kicker Mason Crosby - mehr war im Grunde nicht geboten.

Und das wusste auch "A-Rod", was folgende Szene erklärt: Direkt nach dem finalen Abknien im vierten Quarter schnappte sich der 35-jährige Super-Bowl-Sieger von 2010/11 (31:25 gegen Pittsburgh) das Ei, rannte raus zur Seitenlinie, lobte Defensive Coordinator Pettine für dessen Leistung - und widmete den Spielball seinem neuen Trainer und Mike-McCarthy-Nachfolger Matt LaFleur.

Rodgers über LaFleur: "Ich freu mich für ihn!"

Rodgers' Begründung: "Es ist eine große Sache, sein erstes NFL-Spiel als Head Coach zu gewinnen - ich freu mich für ihn! Es macht richtig viel Spaß, mit ihm zu arbeiten." Was der Spielmacher seinem Trainer außerdem mitgeteilt hatte, verriet er wenig später auch noch. Es war ein Versprechen, bezogen auf seine eigene überschaubare Leistung (203 Yards, ein TD, 18 von 30 angebrachte Pässe) und das Abschneiden der gesamten Offense (Star-Receiver Davante Adams nur mit 36 Yards): "Ich habe ihm gesagt, dass ich mich steigern und viel besser spielen werde."

Aaron Rodgers

Verlangt von sich viel, viel mehr als im ersten Saisonspiel bei den Chicago Bears: Packers-Star Aaron Rodgers. imago images

Damit meinte Rodgers allen voran das erste Viertel, als die Green Bay Packers in 15 Minuten Spielzeit minus zwölf Yards verbuchten - das schlechteste Quarter seit 1994 (noch unter Spielmacher Brett Favre). Was Rodgers dabei gedacht hatte? "Es kann nicht schlechter gehen. Wir hatten drei Drives, nur neun Spielzüge und Minus-Yards. Ich für meinen Teil muss nochmals sagen, dass ich es viel besser machen muss. Denn: Ich habe einige Würfe verfehlt."

Und doch bleibt das Positive hängen: Trotz fünf kassierter Sacks hat sich Rodgers an diesem Abend nicht verletzt wie noch beim verrückten 24:23-Week-1-Sieg der Vorsaison. Die Knieverletzung hatte er dann lange Zeit mit in die Spielzeit gezogen - das Verpassen der Play-offs zum zweiten Mal in Folge inklusive.

mag

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