Erste Eindrücke und Perspektive der 13 Neuzugänge

Volltreffer mit Dovedan, Geis und Hack

Johannes Geis, Robin Hack

Neu beim Club und auf Anhieb eine Verstärkung: Johannes Geis (li.) und Robin Hack. imago images

Andreas Lukse: Der 31-Jährige kam ablösefrei vom SCR Altach und mit der klaren Perspektive, die Nummer 2 hinter Christian Mathenia zu sein. Diesen vertrat er beim 1:0-Pokalsieg in Ingolstadt, ohne dabei groß gefordert zu werden. Zwar patzte Mathenia zuletzt mehrfach, an der Rangfolge im Tor wird dies aber so schnell nichts ändern.

Tim Handwerker: Der Notendurchschnitt von 4,38 ist stark ausbaufähig, dennoch nominierte Stefan Kuntz den Ex-Kölner für die deutsche U21. Handwerker sammelte in der vergangenen Saison beim FC Groningen Spielpraxis, ist schnell und auf der linken Seite flexibel einsetzbar. Offensiv dürfte die Konkurrenz zu groß sein, defensiv konkurriert der 21-Jährige mit Fabian Nürnberger.

Fabian Nürnberger: Ein Jahr jünger als Handwerker und der einzige interne Neuzugang, er rückte von der U21 auf. Auch weil sein Konkurrent nicht so richtig überzeugen konnte, absolvierte Nürnberger gegen Osnabrück und Heidenheim seine ersten beiden Zweitligaspiele und hat aktuell wohl hauchdünn die Nase vorn.

Asger Sörensen: Nach zwei Jahren bei Jahn Regensburg verpflichtete der Club den Innenverteidiger für eine halbe Million Euro von Stammverein RB Salzburg. Sörensen hat sich einen Stammplatz erkämpft, offenbart aber wie die gesamte Abwehr noch Luft nach oben, vor allem in der Spieleröffnung. Offensiv bringt Sörensen Stärke bei Standards ein, er traf beim 2:3 in Sandhausen, in Ingolstadt wurde ein weiterer Treffer zurecht aberkannt, weil ein Mitspieler im Abseits stand.

Oliver Sorg: Bislang ist der ehemalige Freiburger und Hannoveraner nicht die erhoffte Verstärkung. Beim 0:4 gegen den Hamburger SV enttäuschte der ablösefrei gekommene und mit einem Dreijahresvertrag ausgestattete Sorg wie das gesamte Team und verlor seinen Platz rechts an Enrico Valentini. Ersatzspieler kann auf Dauer nicht Sorgs Anspruch sein.

Nikola Dovedan: Bislang ein Top-Transfer. Der quirlige Österreicher belebt die Offensive, erzielte im Pokal und in Dresden das Siegtor, jenes gegen Osnabrück legte er auf, auch beim 2:2 gegen Heidenheim war der 25-Jährige erfolgreich. 2,5 Millionen Euro flossen an Heidenheim. Spielt Dovedan so weiter, ist es gut investiertes Geld.

Johannes Geis: Wie Dovedan nach den ersten Eindrücken ein Volltreffer. Geis kam spät, stieg ohne Vorbereitung ein und war sofort gesetzt. Von der Sechserposition aus macht er das Spiel schnell, seine Standards sind eine Waffe, egal ob diese direkt aufs Tor gehen oder den Kopf eines Mitspielers suchen. Der ablösefreie Geis unterschrieb für drei Jahre, traf schon zweimal und könnte seine ins Stocken geratene Karriere wieder in Schwung bringen - mit 26 Jahren ist er im besten Fußballalter.

Adam Gnezda Cerin: Der 20-Jährige Slowene stellte sich am letzten Tag der Sommertransferperiode als letzter Neuzugang vor. Perspektivisch soll er sich auf der Achterposition durchsetzen. Als Ablöse zahlte der FCN immerhin eine Million Euro an NK Domzale.

Nikola Dovedan

Kam vom 1. FC Heidenheim nach Nürnberg: Nikola Dovedan. imago images

Michael Frey: Den wuchtigen Stürmer lieh der Club von Fenerbahce Istanbul aus, er soll die gesuchte Kante im Sturmzentrum werden und verdrängte Platzhalter Mikael Ishak auf Anhieb. Der 25-Jährige überzeugte auch ohne Tor und Eingewöhnungszeit in seinen ersten beiden Einsätzen gegen Osnabrück und Heidenheim und hat seinen Platz zunächst sicher.

Robin Hack: Neben Dovedan und Geis bislang die positivste Erscheinung unter den Neuzugängen. Talent hat der ehemalige Hoffenheimer schon immer, nun ist er gesund und spielt frech auf. Die Konkurrenz in der Offensive ist groß, dennoch kam der 21-Jährige in allen fünf Ligaspielen zum Einsatz und erhielt als Belohnung eine Einladung in die U-21-Nationalmannschaft.

Iuri Medeiros: Wie Dovedan kostete auch der Portugiese 2,5 Millionen Euro, bisher konnte der Portugiese seine Klasse aber nur andeuten. Dank seiner guten Technik soll er für Lösungen in engen Räumen sorgen. Aktuell laboriert Medeiros an einem Muskelfaserriss, nach abgeschlossener Eingewöhnung - auch er kam erst zum Vorbereitungsende - hat er das Potenzial, eine echte Verstärkung zu werden.

Felix Lohkemper: Verletzungsbedingt gab der Ex-Magdeburger erst am fünften Spieltag gegen Heidenheim als Joker sein Debüt. Diese Rolle wird der 24-Jährige zunächst weiter ausfüllen. Vor allem bei Führungen, wenn sich Räume zum Kontern ergeben, wird Lohkempers Schnelligkeit öfter gefragt sein. Beim 14:0-Testsieg am Donnerstag in Landshut traf er fünfmal.

Fabian Schleusener: Der Ex-Sandhäuser ist noch nicht zu bewerten, weil er sich von den Folgen eines Beinbruches erholt. Wenn er wieder fit ist, bietet der 27-Jährige seinem Trainer Damir Canadi das Paket eines flexibel einsetzbaren, gestandenen Zweitligatorjägers. Das sind nicht die schlechtesten Referenzen.

Frank Linkesch