SC-Trainer zeigt sich bezüglich der Sperre für Rückkehrer Grifo nachsichtig

Streich: "Hoffenheim hätte auch Nein sagen können"

Trainer Christian Streich und Vincenzo Grifo

Beide glücklich: Trainer Christian Streich und Vincenzo Grifo. imago images

"Wir sind sehr glücklich, dass er wieder da ist, und Vince war auch sehr glücklich, als er mich angerufen hat", berichtete Christian Streich über sein Gespräch mit Vincenzo Grifo, der zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres von der TSG Hoffenheim zum Sport-Club zurückkehrte. Dass der 26-Jährige - wie bei seiner Ausleihe in der vergangenen Rückrunde - für das kommende Spiel gegen die TSG gesperrt ist, obwohl er diesmal von den Freiburgern fest verpflichtet wurde, gefällt Streich zwar nicht, er kritisiert es aber auch nicht. "Wir haben ein gutes Verhältnis nach Hoffenheim, und sind gut gefahren, Hoffenheim hätte auch Nein sagen können", erklärte der SC-Coach, "ich will nicht auf diesem einen Spiel rumreiten, das Entscheidende ist, dass er wieder bei uns ist, und wir sind wir froh, dass wir so einen Spieler überhaupt bei uns haben."

In der vergangenen Rückrunde konnte Grifo sofort an seine zwei erfolgreichen Jahre beim SC anknüpfen. Bis auf das Spiel gegen Hoffenheim gehörte er in allen Partien zur Startelf und wurde nur im letzten Heimspiel gegen Nürnberg vorzeitig ausgewechselt. "Grifo, du bist ein Freiburger", haben die Fans damals im Stadion und bei der Fan-Party hinter der Nordtribüne gesungen. Genauso euphorisch dürften sie ihn beim nächsten Heimspiel gegen Augsburg empfangen, wenn er erstmals "spielberechtigt" ist. "Jetzt hoffen wir, dass er gesund von der Nationalmannschaft zurückkommt, damit er ordentlich trainieren kann, und dann vielleicht schon spielen kann", sagte Streich.

"Das ist eine Problematik, an der nichts mehr zu ändern ist"

Die Konkurrenzsituation in der Offensive wird sich dadurch noch einmal verschärfen, und auch auf anderen Positionen gibt es ein Gerangel um die Plätze, denn derzeit sind nur Torwart Mark Flekken (Syndesmoseriss) und Marco Terrazzino (Innenbandriss im Knie) nicht im Mannschaftstraining. "Die letzten zwei Jahre hatten wir viele Verletzte und mussten reagieren", sagte Streich, der den Kader mit 29 Profis aber für "zu groß" hält. "Das ist eine Problematik, an der nichts mehr zu ändern ist." Nur Tim Kleindienst (1. FC Heidenheim) und Patrick Kammerbauer (ausgeliehen an Eintracht Braunschweig) haben noch kurz vor Transferschluss gewechselt, der Sport-Club hätte gerne noch mehr Spieler abgegeben. Dazu gehörte auch Yoric Ravet, der jedoch im Testspiel gegen Aarau nicht nur durch seine zwei Tore deutlich machte, dass er beim SC noch eine Chance sieht. "Er hat nicht nur ein bisschen Gas gegeben, er hat Vollgas gegeben. Er versucht alles dafür zu tun, dass er auffällt - so muss es sein", kommentierte Streich den Auftritt des Franzosen.

Außerdem sammelte neben Manuel Gulde und Janik Haberer auch Rechtsverteidiger Lukas Kübler nach langer Verletzungspause und zwei Einsätzen in der Regionalliga-Mannschaft weitere Spielpraxis, und könnte laut Streich auch bald schon wieder zum Profikader gehören. Neuzugang Luca Itter, der sich gleich zum Start der Vorbereitung eine Knöchelverletzung zugezogen hatte, kam zumindest auf ein paar Minuten Einsatzzeit. Nicht mit dabei waren Lucas Höler, der im Training einen Schlag aufs Schienbein bekommen hatte, und Robin Koch (Belastungssteuerung). Auch Torwart Alexander Schwolow bekam eine Pause, saß allerdings vorsichtshalber in Rheinfelden auf der Bank.

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Daniela Frahm