Champions-League-Reform

Der "Soli" für die Kleinen soll steigen

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge im Gespräch mit Lars-Christer Olsson.

Will einen gerechtere Geldverteilung: Lars-Christer Olsson. picture alliance

Die Champions League soll dazu beitragen, dass der Fußball wieder ein Stück gerechter wird. So jedenfalls sieht es Lars-Christer Olsson, Präsident der European Leagues. Sein Verband ist der Zusammenschluss aus 36 Profiligen, auch die Bundesliga gehört dazu, und der Schwede präsentierte an diesem Freitag bei der Fußballmesse Soccerex in Lissabon die Grundzüge einer neuen Königsklasse, die womöglich ab 2024 einen veränderten Modus bekommt. Er freue sich "auf einen gesunden und produktiven Prozess für die Reform der UEFA-Klubwettbewerbe in den kommenden Monaten", nun gehe es darum, "zu einem Ergebnis zu gelangen, das für den gesamten europäischen Fußball funktioniert", sagte Olsson, der sich vor allem als Fürsprecher der mittleren und kleinen Vereine sieht.

Zwei Punkte stellte er besonders in den Vordergrund: Schutz der heimischen Ligen und die fairere Verteilung der UEFA-Gelder. So dürfe es mit Ausnahme des Champions-League-Finales keine Europacup-Spiele am Wochenende geben. Außerdem soll die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb auch zukünftig über die nationalen Ligen geschehen. Und nicht durch Erfolge in der Champions League, wie es manche Modelle vorsehen, etwa wenn die 24 in ihren Gruppen bestplatzierten Teams aus dem Vorjahr gleich ihr Ticket für die nächste Saison in der Königsklasse lösen. Die European Leagues möchten ohnehin beim bisherigen Modus mit Vierergruppen bleiben, statt zu Achtergruppen zu wechseln.

Vor allem beim Geld gehen die Meinungen zwischen European Leagues und der European Club Association (ECA) auseinander. Derzeit werden unter den 32 Champions-League-Teilnehmern rund 2 Milliarden Euro verteilt, die 48 Vereine in der Europa League erhalten 560 Millionen, der übergroße Rest von über 700 Vereinen, die es in keine Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb schafften, darf sich eine Solidaritätszahlung von 130 Millionen Euro teilen. Diesen Soli will der Verband European Leagues auf 20 Prozent anheben und damit fast verdreifachen. Um auch die Fans am Reformprozess teilhaben zu lassen, startete der Verband eine eigene Online-Plattform. Damit, so Olsson, wolle man "eine möglichst breite Basis an Meinungen, Ideen und Strategien auf transparente Weise vermitteln". Vor allem aber auch den Großvereinen die Stirn bieten.

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Martin Gruener