Lok Leipzigs langjähriger Kapitän vor Abschiedsspiel

Krug: "Das macht man nur aus Liebe"

Markus Krug

"Mein Herz, mein Blut, für diesen Club": Markus Krug. imago images

Als "Ehrenmann" bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch vor allem unter Jugendlichen primär eine Person mit unveränderlichen Prinzipien wie Loyalität, Zuverlässigkeit und Ehrgeiz. Krug, dessen Abschiedsschied vom Verein mit dem Slogan "Ein Ehrenmann tritt ab" angekündigt wurde, kann zweifelsohne als solcher bezeichnet werden. Der 30-Jährige erarbeitete sich in seinen zehn Jahren für den Regionalligisten aus Probstheida jenen Status, war sportlich eine zuverlässige Größe in der Innenverteidigung, führte die Mannschaft als langjähriger Kapitän auf den Platz und stellte sich in schwierigen Phasen der Kritik der Fans.

"Ich halte viel von Loyalität"

Dass er "auch bei Niederlagen an den Zaun gegangen ist, wenn der Rest der Mannschaft schon in der Kabine verschwunden war" und sich nicht nur "auf die Schulter klopfen lassen wollte, trug wahrscheinlich zu meiner Beliebtheit bei", vermutete Krug im Interview mit dem "Sportbuzzer". Zudem entwickelte sich Lok Leipzig bei Krug, der "von Loyalität viel hält", zum Herzensverein. Beim FCL verlängerte er in Zeiten der drohenden Insolvenz 2012 seinen Vertrag, "ohne zu wissen, ob ich das Geld wirklich bekomme". Der Defensivakteur konstatierte: "Das macht man nur aus Liebe."

Jene Liebe entwickelte sich nach seinem Wechsel im Sommer 2009 von der Reserve des Halleschen FC in einem "schleichenden Prozess". Durch einen Hallenser Ultra kam der Kontakt mit den Leipzigern zustande, ausschlaggebend für seine Entscheidung, sich dem Regionalligisten anzuschließen, war neben der Möglichkeit höherklassig zu spielen (HFC II spielte in der Verbandsliga) auch "das beeindruckende Fanpotenzial. Ich wollte zu keinem anderen Verein."

Für Heiko Scholz, Rüdiger Hoppe und Marco Rose wäre ich blind durchs Feuer gegangen.

Markus Krug über drei Trainer, die bei ihm einen besonderen Eindruck hinterlassen hatten

Beim 1. FC Lok beeindruckten Krug drei Trainer besonders: "Für Heiko Scholz, Rüdiger Hoppe und Marco Rose wäre ich blind durchs Feuer gegangen." Der ehemalige Kapitän, der im Mai sein letztes Pflichtspiel absolvierte, weiter: "Was Scholle und Hoppe für den Verein getan haben, war immens, und ging weit über die Trainerarbeit hinaus. Das rechne ich ihnen hoch an." Auch unter der Leitung des aktuellen Trainers von Borussia Mönchengladbach entwickelte sich der Klub vor allem hinsichtlich der Professionalität enorm weiter: "Bei Marco ging es schon Richtung Leistungssport. Er legte Wert auf die kleinen Details, wie man den Fuß beim Pass richtig hinstellt, solche Sachen. Das war ein völlig anderes Niveau."

Krug, der aktuell in der Kreisoberliga für den SV Zöschen spielt und dort als Ältester im Kader den jungen Kollegen viel beibringen kann, engagiert sich weiterhin ehrenamtlich für den aktuell Zweitplatzierten in der Regionalliga Nordost in der Sponsorenpflege. Am Freitag tritt das jedoch in den Hintergrund, dann ist er der ehemalige Spieler, der langjährige Kapitän und der zuverlässige Innenverteidiger. Beim Duell zwischen "Krug & Friends" und dem "Team Lok" werden übrigens auch Rose, Hoppe und Scholz Krug ein letztes Mal coachen. "Dass Marco als Bundesliga-Trainer kommt, ist eine große Ehre", sagte der Ehrenmann.

kon