Der Routinier freut sich über die Entwicklung

"Sind schon recht weit": Kroos' Zwischenfazit mit Augenzwinkern

Toni Kroos

Schon wieder warten die Niederlande - Toni Kroos sieht die DFB-Elf aber gerüstet. picture alliance

Das vierte Duell mit den Niederlanden binnen elf Monaten bringt Begleiterscheinungen mit sich. "Wir kennen uns gegenseitig sehr gut", sagt Toni Kroos, "es gibt keine Geheimnisse mehr voreinander." Aber es soll auch an diesem Freitagabend im Hamburger Volksparkstadion wieder Erkenntnisse geben. Wie zuletzt eigentlich immer. "Wir hatten in allen Spielen gegen die Niederlande unsere Möglichkeiten. Und beim letzten Mal haben wir sie sogar zum Sieg genutzt."

Es ist vor allem der Auftritt in Amsterdam aus dem März, der Kroos zu diesen Zwischenfazit nach dem Umbruch kommen lässt: "Der Aufschrei war groß, als der Trainer Anfang des Jahres den Schnitt gemacht hat, aber wir haben uns seitdem verbessert." Mit einem Augenzwinkern schiebt er zwar ein, dass das "im Vergleich zur WM auch nicht so schwer" gewesen sei, geht dann aber in die Tiefe: "Wir haben viele neue Spieler, ein neues Spiel, ein neues System - für so viele Veränderungen waren die letzten Partien schon ziemlich gut, wir sind gut unterwegs und schon recht weit."

"Es kommt nicht auf die Stärke der Gegner an, wann wir mit Dreierkette spielen"

Und variabel. Kroos widerspricht zum Beispiel, dass das zuletzt auch beim 3:2 in Amsterdam praktizierte 3-4-3-System das neue Stilmittel gegen die Topgegner sei. "Es kommt nicht auf die Stärke der Gegner an, wann wir mit Dreierkette spielen, sondern auf die Ausrichtung und das System des Gegners. Wir sind einfach sehr flexibel."

Das gilt auch für den Spielstil, den er modifiziert, aber keineswegs revolutioniert sieht, obwohl Tempo vor Ballbesitz steht. "Aber es ist ja auch nicht so, dass wir nicht mehr den Ball haben wollen. Unser Weg zum Tor ist jetzt direkter, wir haben viele Spieler für die Eins-gegen-eins-Situationen. Aber es ist auch von Bedeutung, dass sie in diese Position gebracht werden."

Pausen bei weniger bedeutsamen Spielen kommen für Kroos nicht in Frage

Kroos selbst will dies unabhängig von der Belastung bei Real Madrid in der EM-Saison dauerhaft tun. Während der Länderspiele im Juni hatte er sich nach einer kräftezehrenden Spielzeit eine Auszeit verordnet, um auch ein paar gesundheitliche Beschwerden auszukurieren. Pausen bei weniger bedeutsamen Spielen einzulegen, kommt für ihn jedoch ausdrücklich nicht in Frage: "Ich sehe meine Rolle schon so, dass ich in der EM-Saison konstant dabei sein muss und will."

Den weiteren Weg des Umbruchs will der 29-Jährige intensiv mitbegleiten. Denn bei aller Zufriedenheit über den Zwischenstand sagt er auch: "Wir sind noch nicht am Ende unserer Entwicklung." Auch diese Erkenntnis nimmt er im Übrigen aus den Vergleichen mit den Niederlanden mit. "Wir haben es auch bei unserem Sieg im März noch nicht geschafft, unser Spiel über 90 Minuten durchzubringen." Der vierte Vergleich bietet am Abend die Chance, den nächsten Entwicklungsschritt nachzuweisen.

Sebastian Wolff

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