EM-Qualifikation, 5. Spieltag

Aytekin bei Spanien-Sieg im Fokus - Finnlands Märchen geht weiter

Sergio Ramos jubelt in Rumänien

Diskussionen nach dem Tor: Sergio Ramos jubelte über seinen Treffer in Rumänien offenbar zu ausgelassen. Getty Images

Alcacer & Co. zittern sich zum Sieg - Rumänen rutschen ab

Spanien marschiert weiter durch die EM-Qualifikation: Beim offiziellen Debüt von Nationaltrainer Robert Moreno, der zuletzt dreimal als Interimstrainer fungiert hatte, gewann der dreimalige Europameister am Donnerstag ein wildes Aufeinandertreffen in Rumänien mit 2:1 - und damit auch das fünfte Spiel in der Gruppe F. Der ausdauernd ausgepfiffene Ramos erzielte vom Punkt sein achtes Tor in den letzten neun Länderspielen (29.), BVB-Torjäger Paco Alcacer, erstmals seit einem Jahr wieder berufen, schloss nach zahlreichen vergebenen Chancen eine sehenswerte Kombination zum 2:0 ab (47.).

Doch die Spannung war noch längst nicht raus: Andone verkürzte drei Minuten nach seiner Einwechslung (59.), dann dezimierte Deniz Aytekin die Spanier: Der Referee, der Ramos nach dessen Tor offenbar für den ausgiebigen Jubel überraschend Gelb gezeigt hatte, stellte Llorente nach einer vermeintlichen Notbremse vom Platz - eine Fehlentscheidung, die Rumänien um den eingewechselten Hagi aber nicht mehr zu nutzen wusste: In der Nachspielzeit verhinderte Kepa mit einer überragenden Parade den Ausgleich.

Die Rumänen, nach der furiosen U-21-EM im Sommer voller Euphorie, rutschten durch die knappe Niederlage auf den vierten Platz ab: Schweden kletterte durch einen 4:0-Erfolg auf den Färöern, bei dem der Ex-Dortmunder Isak doppelt, der Mainzer Quaison zum Endstand traf, ebenso vorbei wie die Norweger, die mit den Bundesliga-Legionären Jarstein und Nordtveit Malta mit 2:0 bezwangen (Berge, 33.; King, 45.+1).

Italien entgeht Überzahl-Blamage - Pukki trifft schon wieder

In der Gruppe J kann Italien nach dem fünften Sieg im fünften Spiel schon fast für die EM planen, allerdings glänzte die Elf von Trainer Roberto Mancini beim 3:1 in Armenien keineswegs: Obwohl 1:0-Torschütze Karapetian, der in seiner Jugend in Deutschland spielte, kurz vor der Pause von Referee Daniel Siebert mit Gelb-Rot vom Platz gestellt geworden war, dauerte es bis zur 77. Minute, ehe die lange harmlosen Italiener die Partie nach Belottis Ausgleich (28.) komplett drehten: Der eingewechselte Pellegrini köpfte nach Bonucci-Flanke sein wertvolles Debüttor (77.), Belotti machte alles klar (80.).

Doch die außergewöhnlichste Erfolgsgeschichte in dieser Gruppe schreibt eine andere Nation: Finnland, das noch nie bei einer WM oder EM dabei war, hat nach dem 1:0-Triumph über Griechenland als Zweiter nun schon fünf Punkte mehr als der Dritte Bosnien-Herzegowina (5:0 gegen Liechtenstein). Und natürlich war es Premier-League-Torjäger Pukki, der das Tor des Tages erzielte: Nach einem völlig unnötigen Foul am Strafraumeck verwandelte der Ex-Schalker den Elfmeter (52.) - sein viertes Tor in dieser Quali. Am Sonntag empfängt Finnland Italien.

Schweiz-Jubel erstickt - Delaney hilft bei Dänemarks Kantersieg

Einen ganz wichtigen Dreier verpasste die Schweiz in der Gruppe D: In einer zähen Partie bei Tabellenführer Irland ermöglichte eine schöne Passstafette der Gladbacher Zakaria und Embolo dem Ex-Hoffenheimer Schär zwar das erlösende 1:0 (74.), durch McGoldrick Kopfballtor (85.) bleiben aber auch die Iren ungeschlagen - 1:1. Die diesmal von Shaqiri verschmähten Eidgenossen, die mit sechs Bundesliga-Legionären aufliefen (darunter vier Gladbacher), bleiben bei zwei Partien weniger sechs Zähler hinter Irland.

Dazwischen liegt Dänemark, das bei dem nächsten Schweizer Gegner Gibraltar keine Probleme hatte und ebenfalls noch nicht verloren hat. Beim 6:0-Auswärtssieg traf der Hoffenheimer Skov per Kopf, der Dortmunder Delaney nach einer Ecke, Leipzigs Poulsen ging leer aus. Dafür schnürte Tottenham-Regisseur Eriksen einen Elfmeter-Doppelpack - den ersten hatte Delaney herausgeholt.

Österreich freut sich schon vor dem Spiel

In der Gruppe G trennten sich Israel und Nordmazedonien 1:1, und doch hatte das Spiel einen Gewinner: Österreich nämlich, das am Freitag mit einem Sieg gegen Schlusslicht Lettland an Israel vorbei auf Platz zwei springen kann. Erster ist Polen mit der Maximalausbeute von zwölf Punkten.

jpe

Dämpfer, Müller und Lama-Attacke: Die Geschichte einer Rivalität