Leipzigs Neuzugang über die Zeit in Italien und seine neue Situation

Schick: "Ich war ständig unter Druck"

Stand Rede und Antwort: Leipzigs Neuzugang Patrik Schick bei der Pressekonferenz.

Stand Rede und Antwort: Leipzigs Neuzugang Patrik Schick bei der Pressekonferenz. imago images

Für über 40 Millionen Euro Ablöse wechselte Schick im Sommer 2017 von Sampdoria Genua nach Rom - bis heute die höchste Summe, die der italienische Hauptstadtverein für einen Spieler hinblätterte. "Es gab große Erwartungen an mich, die ich leider nicht ganz erfüllt habe", sagte der 23-Jährige rückblickend im Interview mit der tschechischen Sportzeitung "iSport". "Ich war ständig unter Druck. In jedem Match, das ich gespielt habe, lastete eine große Aufmerksamkeit auf mir. Ich habe mich noch nie so verloren gefühlt, die Erwartungshaltung war sehr hoch."

Schicks Gründe für den Wechsel

Hoch, weil Schick in der Saison 2016/17 bei Genua gute Leistungen gezeigt hatte: Bei nur 13 Startelfeinsätzen erzielte er 13 Treffer. Eine starke Statistik, die Schick nach seinem Wechsel zur Roma nicht bestätigen konnte. In insgesamt 55 Einsätzen in der Liga und Champions League traf Schick nur noch fünfmal. Für den Stürmer lag das in mehreren Dingen begründet: Einerseits wegen der zu hohen Erwartungen, andererseits wegen einiger Verletzungen. Auch die Verwendung, die seine drei Trainer für ihn hatten, sei nicht ideal gewesen: "Ich habe oft eine Flügelposition eingenommen, die für mich nicht ganz optimal war."

Schicks Denkprozess, um der unbefriedigenden Situation zu entkommen? "Mir wurde klar, dass ich eine Veränderung brauchte. Ich fühlte mich in Rom nicht ganz glücklich, musste mich verändern." Seine Entscheidung pro Leipzig begründete Schick einerseits mit taktischen Gründen: "Es spielen zwei Stürmer, ich könnte mehr Chancen bekommen und in das Spiel integriert sein." Andererseits habe ihm auch Leipzigs Beharrlichkeit im Werben imponiert: "Das war kein spontaner Entschluss, dass mich Leipzig wollte. Das Interesse besteht schon länger. Ich wurde nicht nur in Rom von ihnen gescoutet."

Zwei Qualispiele, bevor es nach Leipzig geht

Auch äußere Umstände haben bei seiner Entscheidungsfindung dazu beigetragen, dass sich Schick für RB entschieden hat: "Ich habe gehört, dass die deutsche Liga von hoher Qualität ist. Insgesamt steht es sehr gut um den deutschen Fußball mit den gefüllten Stadien. Die Bundesliga ist sehr interessant und ich wollte es ausprobieren."

Bevor sich Schick bei RB im Training um einen Startplatz bewerben kann, spielt er mit der tschechischen Nationalmannschaft zwei Spiele in der EM-Qualifikation. Am Samstag geht es auswärts gegen den Kosovo (15 Uhr), am Dienstag reist Tschechien nach Montenegro (20.45 Uhr).

mxb

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