Eine unerwünschte Auszeichnung?

'GrabbZ' gewinnt: Deutscher ist Trainer der Saison

Fabian 'GrabbZ' Lohmann trainiert das LoL-Team von G2 Esports seit fast zwei Jahren.

Fabian 'GrabbZ' Lohmann trainiert das LoL-Team von G2 Esports seit fast zwei Jahren. lolesports

Der Award für den Trainer der Saison wird in Europas höchster Spielklasse für League of Legends schon seit mehreren Jahren kontrovers diskutiert. Dabei steht eine Frage stets im Mittelpunkt: Wurde eine Person ausgezeichnet, weil sein Team erfolgreich war oder weil er wirklich der beste Trainer war? Selten gibt es darauf eine klare Antwort. Zu variabel und undurchsichtig sind die Coaching-Rollen in League of Legends.

Das kritisierte 'GrabbZ' auch in einem Interview bei kicker eSport. Zuschauer hätten keine Möglichkeiten, die Arbeit eines Trainers in League of Legends richtig einzuschätzen, so die Meinung von Lohmann. Selbst lobende Worte in seine Richtung wäre deswegen wenig wert. Bei den Kommentatoren und Experten, die für den Trainer der Saison abstimmen, sieht es kaum besser aus. Auch sie haben selten die Möglichkeit, den Trainingsalltag der Teams zu verfolgen und eine präzise Einschätzung abzugeben. Deswegen legte 'GrabbZ' damals für sich fest: "Ich bin hier, um Titel zu holen und nicht, um Awards wie Trainer der Saison zu gewinnen."

Knappe Wahl

Jetzt ist es allerdings passiert. Mit 78 Zählern und einen Punkt Vorsprung auf den Franzosen Hadrien 'Duke' Forestier von Splyce hat 'GrabbZ' die Auszeichnung gewonnen. Er ist der Trainer der LEC Sommersaison 2019. Fnatics Joey 'Youngbuck' Steltenpool landete auf Platz drei mit 30 Punkten.

Erneut lässt sich schwer sagen, wer den Preis verdient hätte. Nach außen hin hat Lohmann zumindest eine gute Figur abgegeben. Unter seiner Führung holte G2 Esports mit einer Bilanz von 15 Siegen und drei Niederlagen den ersten Platz in der regulären Saison und ist auf gutem Weg, seinen LEC-Titel zu verteidigen. Die Reaktion auf seinen Sieg fiel dennoch bescheiden aus. Lohmann lobte seinen Kollegen Christopher 'Duffman' Duff, der ihm als Head Analyst zur Seite steht und schloss mit den Worten: "Wenn überhaupt, dann sollte ein Trainerstab immer als Ganzes beurteilt werden."

Christian Mittweg